Bringt man eine Ladung Q in das Kraftfeld einer anderen Ladung, so ist
die Kraft F proportional der Ladung Q Die Feldstärkelinien beginnen und enden auf Ladungen und sind von der positiven zur negativen Ladung positiv definiert. Die gedachten Feldlinien quellen aus der positiven Ladung. Deshalb nennt man ein solches Feld ein Quellenfeld.
Bezieht man die Spannungen aller Punkte auf einer Äquipotentiallinie
auf den gleichen Bezugspunkt (0), so spricht man vom Potential j
Die elektrische Feldstärke in einem Punkt ist gleich dem Potentialgefälle längs eines Weg-Elementes in Richtung maximaler Potentialabnahme. Zwischen zwei Äquipotentiallinien besteht überall die gleiche Spannung
Ist der Integrationsweg in sich geschlossen, dann gilt für Potentialfelder
die Ein Strömungsfeld bei Gleichstrom ist z.B. ein Potentialfeld. Energetisch sagt Gleichung (4.2/4) aus, dass der gesamte Arbeitsaufwand zur Verschiebung einer Ladung längs eines in sich geschlossenen Weges im elektrischen Feld null ist. Bewegt man eine Masse im Gravitationsfeld der Erde und führt sie an die Ausgangsstelle zurück, so hat sie am Ende die gleiche potentielle Energie wie am Anfang.
4.3 Das stationäre elektrische Strömungsfeld Ein Feld, das sich zeitlich nicht ändert, nennt man stationär. Die skizzierte Anordnung in Äquipotentiallinien kann man im elektrolytischen Trog ausmessen.
Beim Leiter tritt nun außer dem Spannungsfeld auch noch ein Strömungsfeld
auf. Es gibt an, wie sich der Strom I über den räumlichen Leiter
verteilt. Das Strömungsfeld ist mit dem Spannungsfeld verkoppelt,
da der Strom vom höheren zum tieferen Potential, also senkrecht zu
den Äquipotentialflächen in Richtung der Feldstärke, fließt
Das Der Strom wird durch Stromlinien dargestellt, die in Richtung der E-Linien
verlaufen.
Bsp. 4.3.1/1: Gesucht sind in Bild 4.3.1/1 die
Bsp. 4.3.1/2: Gegeben sind zwei koaxiale Zylinderelektroden, zwischen denen sich ein
leitendes Medium befindet
4.3.2 Randbedingungen für das Strömungsfeld Für das Strömungsfeld gelten die folgenden Randbedingungen:
Bsp. 4.3.2/1: Skizzieren Sie für die beiden in
4.3.3 Widerstandsberechnung räumlicher Leiter Die Widerstandsberechnung räumlicher Leiter erfolgt mit der
Bsp. 4.3.3/1: Gegeben ist in Bsp. 4.3.3/2: Gegeben ist die in Interaktive grafische Darstellung der Aufgabe
Ein elektrostatisches Feld ist ein elektrisches Feld, das bei ruhenden Ladungen im nichtleitenden Medium (Dielektrikum) auftritt. Zwischen zwei entgegengesetzten, betragsmäßig immer gleich großen Ladungen existiert ein Kraftfeld, das durch die elektrische Feldstärke beschrieben und durch entsprechende Feldstärkelinien dargestellt werden kann. Werden die in
ist. Das setzt die "Aufladung" der Platten mit Es entsteht also ein Ladungspaar Die Feldstärke in einem Feldpunkt zwischen den Platten ist außer
von der Ladung Q noch von der Art des Dielektrikums abhängig. Befinden
sich die Platten mit der Ladung e r nennt man die relative Dielektrizitätskonstante.
Man führt nun in Die Ladungstrennung (Influenz) in Dadurch wird das Leiterinnere feldfrei, der Leiter könnte also auch hohl sein (abschirmende Wirkung von Metallhüllen, innerhalb deren sich keine Überschussladungen befinden). Die Ladung Qi in Man erhält in Umgibt man in Die Größe des Hüllenflusses y
Hülle in Mit Hilfe des Überlagerungssatzes folgt für n in der Hülle
beliebig verteilten Ladungen Qi die
Zur Beschreibung von Ladungsverteilungen benutzt man die vier folgenden
Ladungsdefinitionen:
Das Coulomb'sche Gesetz gilt streng nur für Punktladungen, näherungsweise
aber auch für geladene Körper, deren Linearabmessungen klein
gegenüber deren Abstand sind. Wirkt in einem Raumpunkt auf eine Ladung
Q eine Kraft F, so herrscht in diesem Raumpunkt eine elektrische Feldstärke.
Man erkennt die zweifache Rolle, die der elektrischen Ladung in der Feldtheorie
zukommt:
1. Die elektrische Ladung erregt in ihrer Umgebung ein elektrostatisches Feld. 2. Die elektrische Ladung erfährt im elektrostatischen Feld eine Kraftwirkung.
Eine positive Punktladung erregt ein radial nach außen gerichtetes Feld des Betrages D (Gl.(4.4.3.1/1)). Führt man den von der erregenden Ladung zum Punkt P weisenden Ortsvektor Die Gl.(4.4.3.1/3) beschreibt die elektrische Feldstärke Die resultierende elektrische Erregung Die resultierende Feldstärke Wegen der Linearität zwischen Ursache und Wirkung dürfen auch unmittelbar die Feldstärkevektoren superponiert (überlagert) werden (Gl.(4.4.3.1/6)). Das kugelsymmetrische Feld in Bild 4.4.3.1/3 entsteht durch die Überlagerung zweier Punktladungsfelder, während durch die Überlagerung zweier unendlich langer gerader Linienladungen das Feld der Doppelleitung entsteht (in einer Ebene). Die Feld- und Äquipotentiallinien in Bild 4.4.3.1/3 sind Kreise. Überlagert man zwei unendlich lange geladene Zylinderflächen (Bild 4.4.3.1/4), dann erhält man das Feldbild eines Zylinderkondensators bzw. einer Koaxialleitung. Das Feldbild eines Plattenkondensators ist in Bild 4.4.3.1/5 dargestellt. Die Überlagerung der Felder flächenhafter Ladungsverteilungen ist nur dann zulässig, wenn dabei die geometrische Feldform unverändert bleibt.
4.4.3.2 Das Coulomb - Integral Enthält der Raum stetige Ladungsverteilungen, so hat man die Einzelladungen Qi in Gl.(4.4.3.1/4) durch infinitesimale Ladungsmengen dQ und die Summierung durch eine Integration zu ersetzen. Der in Gl.(4.4.3.1/4) für Punktladungen formulierte Überlagerungssatz geht damit über in das Coulomb - Integral. (Gl.(4.4.3.2/1) beschreibt eine Linienladung, Gl.(4.4.3.2/2) eine Flächenladung und die Gl.(4.4.3.2/3) gilt für eine Raumladung. Die Auswertung des Coulomb - Integrals für kompliziertere Ladungsverteilungen wird wesentlich durch die Einführung des Potentialbegriffs erleichtert. Damit wird die Summierung von Vektoren auf die von skalaren Größen zurückgeführt. Das resultierende Potential in einem Raumpunkt ist gleich der Summe der Einzelpotentiale (Gl.(4.4.3.2/4)). Bei stetigen Ladungsverteilungen l, s
oder r (Bilder 4.4.3.2/1 bis 4.4.3.2/3) tragen
zum resultierenden Potential j die von den Ladungselementen
l × dl, So hat das in Bild 4.4.3.2/4 skizzierte Fasst man die Ladungselemente l × dl, s × dA und r × dV als infinitesimale Punktladungen auf, so ergibt sich mit den Gleichungen (4.4.3.2/6) und (4.4.3.2/5) die Potentialform des Coulomb-Integrals (Gl.(4.4.3.2/7)). Aus dem resultierenden Potential j lässt sich das Potentialfeld zeichnen und daraus die resultierende elektrische Feldstärke. Das Coulomb-Integral führt immer dann zum Ziel, wenn die räumliche
Verteilung der Ladung bekannt ist (z. B. bei Punkt- und Linienladungen).
Bei Flächenladungen versagt in der Regel das Coulomb-Integral, weil
sich die Ladungen in der Leiteroberfläche frei verschieben können,
da die Verteilung von dem sich einstellenden resultierenden Feld bestimmt
wird.
Bsp. 4.4.3.2/1: Berechnen Sie das in Bild 4.4.3.2/5 skizzierte Feld einer unendlich
langen geraden Linienladung mit der konstanten Ladungsdichte l.
Vergrößert man in Bild 4.4.4/1 die Spannung U, so lässt sich messtechnisch zeigen, dass auch die Ladung Q proportional wächst. Der Proportionalitätsfaktor wird Kapazität C genannt (Gl.(4.4.4/1)). Die Kapazität C gibt an, wie groß die in einem Kondensator
gespeicherte Ladung ist, wenn er auf Grund dieser Ladung eine Klemmenspannung
U aufweist. Die Kapazität ist abhängig von der Gestalt und Anordnung
der Elektroden und der Art des Dielektrikums (e).
Aus den Feldgrößen erhält man die Ladung und Spannung positiv,
wenn man das Hüllenintegral der Erregung über die positive Ladung
und das Linienintegral der Feldstärke von +Q nach -Q bildet (Gl.(4.4.4/2)).
Die Kapazität C ist positiv definiert.
Bsp. 4.4.4/1: Berechnen Sie die Kapazität des in Bild 4.4.4/3 skizzierten Plattenkondensators
(inhomogenes Randfeld wird vernachlässigt).
Bsp. 4.4.4/2:
4.4.4.1 Parallel- und Reihenschaltung von Kondensatoren Für die in Bild 4.4.4.1/1 skizzierte Parallelschaltung berechnet sich die Gesamtkapazität mit der Gl.(4.4.4.1/1). Gl.(4.4.4.1/2) beschreibt die Ladungsaufteilung bei zwei parallelgeschalteten Kapazitäten. Für die in Bild 4.4.4.1/2 dargestellte Serienschaltung ergibt sich die Gesamtkapazität aus Gl.(4.4.4.1/3). In einem Kondensator müssen die beiden Flächenladungen +Q und -Q gleich groß sein. Außerdem muss z. B. die positive Ladung Q2 auf der oberen Platte von C2 genauso groß sein wie die negative Ladung -Q1 auf der unteren Platte von C1 (als Folge der Ladungstrennung bei der Aufladung). Für die Serienschaltung von zwei Kapazitäten
gilt die Gl.(4.4.4.1/4). Gl.(4.4.4.1/5) beschreibt die Spannungsaufteilung
bei zwei seriell geschalteten Kapazitäten.
Bsp. 4.4.4.1/1: Ein Luftdrehkondensator mit maximaler Kapazität C1
max = 500 pF und mit linearer Abhängigkeit der Kapazität
vom Drehwinkel (0° bis 180°) wird mit einem Festkondensator C2
= 200 pF
Stellen Sie die Abhängigkeit der Gesamtkapazität vom Drehwinkel
grafisch dar.
Bsp. 4.4.4.1/2: Zwischen den in Bild 4.4.4.1/5 skizzierten Platten eines Plattenkondensators,
der eine Ladung Q trägt und dessen Feld homogen angenommen wird, befindet
sich eine planparallele Metallplatte P der Dicke d.
Berechnen Sie die Kapazität C dieses Kondensators in Abhängigkeit
von der Lage x der Platte,
4.4.4.2 Teilkapazitäten
bei mehr als zwei Elektroden
Bsp. 4.4.4.2/1: Gegeben ist die in Bild 4.4.4.2/1 skizzierte Gleichstromleitung;
die Erde wird als leitende Platte beschrieben. Ermitteln Sie die Betriebskapazität
und die Ladungsverteilungen für die zwei Betriebsfälle.
Unter Teilkapazitäten versteht man das Verhältnis der durch Erregungslinien miteinander verbundenen - betragsmäßig gleichen - Teilladungen DQ bzw. Teilerregungsflüsse y zweier Elektroden zu der zwischen diesen herrschenden Spannung. Die Teilkapazitäten sind abhängig von der Lage und Größe aller Körper im Feld. Die Größe der Teilkapazitäten hängt nicht vom Betriebszustand der Anordnung ab. Die Betriebskapazität setzt sich aus den einzelnen Teilkapazitäten zusammen und ist abhängig vom Betriebszustand. Die in Bild 4.4.4.2/3 dargestellten Teilkapazitäten
berechnen sich mit den Gleichungen (4.4.4.2/1), wobei zwischen den Teilladungen
DQ = y und den Gesamtladungen
Q der Leiter der in Gl.(4.4.4.2/2) beschriebene Zusammenhang besteht (siehe
Feldverlauf in Bild 4.4.4.2/2).
Bsp. 4.4.4.2/2: Der Kugelkondensator in Bild 4.4.2/6 besteht aus drei
Metallhohlkugeln (K1, K2, K3).
Im idealen, d.h. absolut nichtleitenden, Dielektrikum
ist keine Ladungsströmung möglich. Bei Einwirken eines elektrischen
Feldes kommt es lediglich zu elastischen Verschiebungen der Ladungsträger
innerhalb der Moleküle (Polarisation), wodurch das von außen
aufgeprägte Feld jedoch ebenfalls verändert wird. Man unterscheidet
zwei Polarisationsformen:
Dem primären Feld Die Verbindung zwischen Für die folgenden Stoffe wurde er
messtechnisch bestimmt:
Wegen C ~ er vergrößert sich die Kapazität, d.h. die Fähigkeit, Ladungen zu speichern, wenn er vergrößert wird. Diese Ladungsspeicherung ist in Bild 4.4.5/3 skizziert.
Die dielektrische Polarisation in Isolierstoffen stellt eine kurzzeitige Ladungsbewegung (Ladungsverschiebung), also einen kurzen Strom dar. Bei einem zeitlich konstanten Gleichfeld handelt es sich nur um einen einmaligen Verschiebungsstoß. Im Wechselfeld erfolgt jedoch eine fortlaufende Umpolarisation, sodass die Ladungen hin und her schwingen und sich dieser Strom von einem Leitungsstrom nur durch die viel kleineren, von den Ladungen zurückgelegten Wege unterscheidet.
4.4.6 Die elektrischen Feldgrößen an Grenzflächen Bei der Ableitung der elektrischen Feldgrößen an Grenzflächen wird für Bild 4.4.6/1 vorausgesetzt, dass die Grenzschicht flächenladungsfrei sei. In dem kleinen Volumenelement Damit erhält man die Gl.(4.4.6/2). Bildet man das Umlaufintegral
der elektrischen Feldstärke auf dem Rand der in Bild 4.4.6/2 schraffierten
Fläche Gl.(4.4.6/4) sagt aus, dass die Tangentialfeldstärken an einer
Grenzschicht gleich groß sein müssen.
Bsp. 4.4.6/1: Zeichnen Sie das
Das Dielektrikum wird
Bsp. 4.4.6/2: Die Elektroden des in Bild 4.4.6/7 skizzierten Plattenkondensators tragen die Ladung ±Q.
Bsp. 4.4.6/3: Gegeben ist das in Bild 4.4.6/11 skizzierte konzentrische Kabel (Länge
l) mit geschichteter Isolierzwischenschicht.
Vorgegeben ist die Elektrodenladung Q. Berechnen Sie und stellen Sie
grafisch dar:
4.4.7 Die Influenz (elektrische Induktion) Das elektrostatische Feld in elektrischen Leitern ist stets null. Dieser
Eigenheit des Feldes liegt ein physikalischer Vorgang zugrunde, den man
Influenz oder elektrische Induktion nennt. Bringt man in das elektrische
Feld eines Plattenkondensators senkrecht zur Feldrichtung zwei sich berührende
ungeladene Leiterplättchen vernachlässigbarer Dicke, so bewirken
die Coulombkräfte eine solche positive oder negative Influenzladung
Q auf den äußeren Oberflächen der Plättchen, dass
deren Inneres feldfrei wird. Dieser Influenzvorgang verläuft nach
Einbringen der Plättchen (Bild 4.4.7/1) folgendermaßen:
Der Versuch kann dazu dienen, elektrostatische Felder experimentell nachzuweisen. Die Bilder 4.4.7/2 und 4.4.7/3 zeigen jeweils die elektrostatische Schirmung gegen ein äußeres Feld.
4.4.8 Energie des elektrostatischen Feldes Verschiebt man zwei Punktladungen entgegen den wechselseitig an ihnen angreifenden Coulombkräften, so ist dazu eine Arbeit aufzuwenden. Dieser Vorgang ist umkehrbar; die Arbeit wird zurückgewonnen, wenn die Ladungen den auf sie wirkenden Kräften nachgeben können. Das bedeutet, dass eine dem System zugeführte mechanische Energie reversibel in elektrostatische Feldenergie überführt wird. Im elektrostatischen Feld ist Energie gespeichert. Eine differentiell kleine positive Ladung dQ wird in Bild 4.4.8/1 durch Ladungstrennung aus der Elektrode 2 herausgelöst und entlang einer Feldlinie zur Elektrode 1 verschoben. Nach Ablauf der Ladungsbewegung ist die Ladung beider
Elektroden betragsmäßig um dQ, die Spannung zwischen den Elektroden
um Praktisch erfolgt die mit der Ladungstrennung verbundene Energiezufuhr in der Regel nicht mechanisch über eine Ladungsbewegung entgegen den Feldkräften im Feldraum, sondern elektrisch über den Strom einer außen angeschlossenen Spannungsquelle (Bild 4.4.8/2). Nach Schließen des Schalters S fließt ein
abklingender Strom Spätestens bei t ® ¥
ist die Kondensatorspannung u(t), die allgemein eine beliebige Funktion
der Zeit sein kann, gleich U; infolge Die im Plattenkondensator gespeicherte Energie berechnet sich mit Gl.(4.4.8/4), während sich die Energiedichte aus Gl.(4.4.8/5) ergibt. In differentiell kleinen Volumenelementen inhomogener Feldräume (Bild 4.4.8/4) ist das Feld (dem des Plattenkondensators in Bild 4.4.8/3 vergleichbar) als homogen anzusehen, sodass die Gl.(4.4.8/5) auch für die Energiedichte dW/dV inhomogener Felder gilt (Gl.4.4.8/6)). Durch Integration über das Volumen V ergibt sich dann die Gl.(4.4.8/7).
4.4.9 Kräfte zwischen geladenen elektrischen Flächen Die anziehende Feldkraft auf die Ladungen (Platten) soll dadurch berechnet werden, dass die Energieänderung des elektrischen Feldes dWel bestimmt wird, wenn die Platten um ein differentiell kleines Stück dx in Richtung der Feldkraft F verschoben werden (Q = konstant in Bild 4.4.9/1). Die Feldenergie Bsp. 4.4.9/1: Berechnen Sie die Kraft F in Bild 4.4.9/2 für U =
konstant.
Durch Veränderung des Plattenabstandes um dx infolge der Kraftwirkung (Bild 4.4.9/2) wird C um dC größer. Bei U = konstant wächst aber dadurch nach Q = C×U die Ladung um dQ. Für diese Ladungsänderung ist ein Strom i erforderlich, der eine kleine Zeitspanne dt fließt; denn es gilt dQ = i×dt = U×dC. Die Batterie liefert die Energie dWB = U×i×dt. Durch die Ladungsänderung erhöht sich gleichzeitig die Feldenergie um dW. Bei Q = konstant in Bild 4.4.9/1 wurde die Feldenergie
kleiner, da mechanische Energie gewonnen wurde. Bei U = konstant im Bsp.
4.4.9/1 liefert die Batterie die Energie für die mechanische Änderung
und zusätzlich einen Anteil zur Vergrößerung der Feldenergie.
Bsp. 4.4.9/2: Ein Plattenkondensator (Bild 4.4.9/3) besitzt ein geschichtetes
Dielektrikum. Wie groß ist die Kraft auf die Trennfläche der
Dielektrika und in welcher Richtung wirkt sie?
Die Kraft F in Gl.(4.4.9/3) ist positiv, d.h. sie hat das Bestreben, d2 in Bild 4.4.9/3 zu vergrößern, wenn e2 größer als e1 ist. Allgemein gilt: Die Kraft auf die Trennfläche zweier Dielektrika
wirkt in Richtung des Stoffes mit kleinerem e.
4.5 Veränderliches elektrisches Feld im Nichtleiter Ändert sich die Ladung eines Kondensators (z.B. beim Anlegen an eine Batterie oder durch Änderung der Spannung), so muss ein Strom in den Zuführungsleitungen fließen (Bild 4.5/1). Ist die Kapazität C eine Konstante, dann gilt die Gl.(4.5/1). Die Größe uC in Gl.(4.5/2) ist in Richtung von iC positiv definiert (Kapazität als Zweipol). Es ist zu beachten, dass die Größe
Solange ein Leitungsstrom fließt, ändert sich die Ladung auf den Kondensatorplatten und dadurch der Verschiebungsfluss im nichtleitenden Medium. Es gilt die Gl. (4.5/4). In jedem Punkt des Dielektrikums tritt also eine zeitliche Änderung der Verschiebungsflussdichte auf. Experimentell kann man nun eine Gemeinsamkeit zwischen dem Leitungsstrom iC in der Zuleitung und der zeitlichen Änderung des Verschiebungsflusses in der nichtleitenden Strecke feststellen (z.B. mit einer Magnetnadel). Die Gemeinsamkeit ist ein Magnetfeld. Da man begrifflich ein Magnetfeld immer mit einem Strom verknüpft, kann man auch dem Nichtleiter bei zeitlicher Änderung des Verschiebungsflusses eine Stromerscheinung zuschreiben und nennt diese den Verschiebungsstrom (Gl.(4.5/5)). Der Knotenpunktsatz gilt auch an der Trennfläche Leiter-Nichtleiter, wenn man ihn für den Strom im erweiterten Sinne aufstellt. Die Stromdichte des Leitungsstromes Die positive Richtung ist bei Die zeitliche Änderung Bsp. 4.5/1: Der Kondensator C in Bild 4.5/2 wird nach der skizzierten Zeitfunktion auf- bzw. entladen. Zeichnen Sie für die Zeiten t = 2 sec, 8 sec und
11 sec
Bsp. 4.5/2: Ein Kondensator der Kapazität C = 2 µF, der
mit ±Q = 4×10-4
Asec aufgeladen ist, wird über einen Widerstand R = 2 MW
entladen (Bild 4.5/6).
Bsp. 4.5/3: Ein geladener Elektrolytkondensator von C = 25 µF wird isoliert aufgestellt. Nach 10 min ist die Spannung um 10% vom Anfangswert abgesunken. Wie
groß ist der Leckwiderstand des Kondensators?
Bsp. 4.5/4: Ein verlustlos angenommener Kondensator C = 3 µF wird mit einem
konstanten Strom I = 3 mA aufgeladen und anschließend über einen
Widerstand R = 1 MW entladen.
Bsp. 4.5/5: Der Kondensator C = 1 µF ist auf U1 = 12 V aufgeladen
und wird durch Schließen des Schalters S entladen (Bild 4.5/16).
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