5.1 Beschreibung und Darstellung
Der Name Magnet stammt vom Ort Magnesia in Kleinasien, in dessen Gegend man
im Altertum eisenhaltige Erze fand, an denen man die damals unbekannten
magnetischen Kraftwirkungen entdeckte.
Das eigentliche Wesen des magn. Feldes ist heute noch genau so ungeklärt wie
das des elektr. oder des Gravitationsfeldes. Man muss sich also auch hier darauf
beschränken, bestimmte experimentell beobachtete Naturphänomene mit möglichst
allgemeingültigen Modellvorstellungen zu deuten und mathematisch zu
beschreiben. Wie Massen oder elektr. Ladungen Kräfte aufeinander ausüben, so
lässt sich nachweisen, dass die Bewegung von Ladungen ebenfalls Kraftwirkungen
auslöst. Der Physiker Ampere hatte erkannt, dass elektr. Ströme die Ursache
des Magnetismus sind. Man kann auf Grund von Beobachtungen annehmen, dass alle magn.
Erscheinungen durch Elektronenbewegungen verursacht werden.
Es lässt sich experimentell beobachten, dass zwischen zwei Ladungen Q1
und Q2 unabhängig von ihren Geschwindigkeiten entsprechend
Gl.(4.4.2/1) Kräfte Fel wirken, die formal über das elektr. Feld
beschrieben werden. Bewegen sich die Ladungen mit den Geschwindigkeiten v1
und v2, so werden weitere Kräfte Fmag wirksam, deren
Ursache nicht allein in der Ladung, sondern in dem Zusammenwirken von Ladung und
Geschwindigkeit zu sehen ist. Man beschreibt diese allein aus der Bewegung der
Ladung resultierende Kraftwirkung formal über das magnetische Feld.
Im Folgenden seien die durch die Bewegung zweier Ladungen Q1, Q2
verursachten - zwischen diesen wirkenden - Kräfte betrachtet, und zwar für
den einfachsten Sonderfall zweier parallel zueinander mit konstanter
Geschwindigkeit bewegter Ladungen, da dieser Sonderfall durch skalare Größen
beschrieben werden kann, und so am augenfälligsten die Analogie zum elektr.
Feld zum Ausdruck gebracht wird. Zumindest näherungsweise ließe sich eine
solche Gegebenheit realisieren durch zwei im Abstand r parallel
gegenüberliegende Leiterstückchen der Länge Δ s
und dem Querschnitt A, die vom Strom I durchflossen werden (Bild 5.1/2).
Man kann nun feststellen, dass die auf die Leiterelemente, d.h. primär auf
die bewegten Ladungen, ausgeübte Kraftwirkung proportional ist dem Produkt der
Ladungen und deren Geschwindigkeiten, aber umgekehrt dem Quadrat ihrer
Entfernung. Die beobachtete Proportion kann durch das Einführen eines
Proportionalitätsfaktors k (Dimension: Spannung x Zeit / (Strom x Länge)) in
eine Gleichung überführt werden. Aus rein praktischen Erwägungen hat man den
Proportionalitätsfaktor k als Quotient aus einer Größe μ
, die sich als Materialkonstante erweist, und einem Zahlenwert 4π geschrieben
(Gl.(5.1/1)).
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5.2.1 Die Induktion B
Analog den Überlegungen, die von dem Coulomb’schen Gesetz zur
Felddarstellung führten, wird nach der Nahwirkungstheorie auch die durch die
Bewegung der Ladungen verursachte Kraftwirkung über die Feldvorstellung
beschrieben. Danach versetzt eine bewegte Ladung den sie umgebenden Raum mit
einem Magnetfeld, das sich darin äußert, dass z.B. auf andere bewegte Ladungen
Kräfte ausgeübt werden. Nach dieser Auffassung wird die Kraftwirkung auf die
Ladung Q1 entsprechend Gl.(5.1/1) aus dem Produkt Q1 · v1
und einer am Ort von Q1 vorhandenen von der bewegten Ladung Q2
erregten magn. Feldgröße B (Q2, v2)
berechnet.
Die Kraft in
Gl.(5.2.1/4) steht immer senkrecht auf der aus den Vektoren und aufgespannten Fläche. Wird
der Vektor auf kürzestem
Wege im Uhrzeigersinn zum Vektor gedreht (Korkenzieherregel), dann zeigt die Spitze des gedachten
Korkenziehers in Richtung der Kraft .
Die Feldgröße B beschreibt die Kraftwirkung des magnetischen Feldes
ähnlich wie die elektrische Feldstärke E im elektrischen Feld. Deshalb müsste
B konsequenterweise als magnetische Feldstärke bezeichnet werden. Da in der
historisch bedingten Bezeichnung "Induktion" aber eine weitere Wirkung
(Spannungsinduktion) des Magnetfeldes zum Ausdruck kommt - der Hinweis auf die physikalische
Kausalität also gegeben ist - soll diese inzwischen weit verbreitete
Bezeichnung beibehalten werden.
Der physikalische Richtungssinn der Induktion B ist mit dem Richtungssinn des
Stroms durch eine Rechtsschraube verknüpft (Bild 5.2.1/2).
Nicht nur auf bewegte Ladungen kann man Kräfte feststellen, sondern auch auf
Magnetnadeln oder Eisenfeilspäne. Mit einer drehbaren kleinen Magnetnadel
lassen sich die Richtungen eines Magnetfeldes bestimmen. Charakteristisch sind
die immer in sich geschlossenen Linien, die zur Darstellung des magnetischen
Feldes dienen (Feldlinien). Die Feldbilder vermitteln den Eindruck eines Wirbels
um den Strom. Man spricht daher von einem Wirbelfeld im Gegensatz zum
Quellenfeld beim elektrostatischen Feld.
Eine frei bewegliche Kompassnadel stellt sich unter der Einwirkung des
erdmagnetischen Feldes so ein, dass sein eines Ende zum Nordpol, das andere zum
Südpol der Erde zeigt. Das zum Erdnordpol zeigende wird als Nordpol des
Magneten, das zum Erdsüdpol zeigende als Südpol des Magneten bezeichnet. Als
positive Feldrichtung des Magneten ist die Richtung der Linien durch die Luft
hindurch vom Nordpol zum Südpol festgelegt (Bild 5.2.1/7).
Umfasst man den stromdurchflossenen Leiter mit der rechten Hand so, dass der
abgespreizte Daumen in die Richtung des Stromes weist, so zeigen die übrigen
Finger in die Richtung der Feldlinien.
Beispiel 5.2.1/1:
Zur praktischen Messung der Induktion B wird die sog. Hallsonde benutzt. Die Hallsonde
besteht aus einem flachen Halbleiter, der vom Steuerstrom I durchflossen wird. Ohne
Einwirkung eines Magnetfeldes verteilt sich dieser Strom homogen über den Querschnitt,
sodass sich eine Stromdichte | | = I/(a·b) einstellt, der nach Gl.(1.2.1/4)
eine Ladungsgeschwindigkeit | | = | /h| entspricht. Wird die Sonde in ein
Magnetfeld gebracht, so wirken auf die Ladungsträger Kräfte entsprechend Gl.(5.2.1/4),
die die Ladungsträger senkrecht zu
an den Rand des Halbleiters drängen. Die Potentialdifferenz entsteht dadurch,
dass die Elektronen im Feld
durch die Lorentzkraft abgelenkt werden und somit eine Kante mit Elektronen
angereichert wird, während die gegenüberliegende Kante an Elektronen verarmt.
Berechnen Sie die Hallspannung |UH|.
Beispiel 5.2.1/2:
Weisen Sie nach, dass die zeitliche Änderung der kinetischen Energie eines Elektrons nur
durch ein elektrisches Feld erfolgen kann und nicht durch ein stationäres magn. Feld.
Beispiel 5.2.1/3:
Ein Elektron mit der Anfangsgeschwindigkeit vy0 << c durchfliegt im
Vakuum ein homogenes Feld der Länge l.
Skizzieren Sie die Flugbahn für
a) ein elektr. Feld Ex
b) ein magn. Feld Bz.
Beispiel 5.2.1/4:
Ein Elektron mit der Masse m0 tritt senkrecht in ein homogenes Magnetfeld ein
und durchläuft dort eine Kreisbahn. Die Anfangsgeschwindigkeit beträgt v0.
a) Wie groß ist die Endgeschwindigkeit v1?
b) Berechnen Sie den Radius r des Kreises.
c) Welche Zeit verbringt das Elektron im Magnetfeld?
Beispiel 5.2.1/5:
Das folgende Bild zeigt schematisch den Aufbau eines Zyklotrons:

Zwischen zwei dosenförmigen Elektroden D1, D2 liegt eine
Wechselspannung der Frequenz f. In dem schmalen Spalt zwischen den Elektroden
befindet sich eine Ionenquelle Q. Die emittierten Teilchen (z.B. Protonen)
haben die Masse m und die Ladung q. Die Anordnung ist in ein statisches
homogenes Magnetfeld der Induktion B eingebettet; dieses zwingt die Teilchen auf
halbkreisförmige Bahnen, zwischen denen sie jeweils den schmalen Spalt zwischen den
HF-Elektroden passieren. - Er ist in der Skizze übertrieben breit dargestellt. - Bei
optimalem Betrieb (Synchronismus) durchlaufen die Teilchen den Spalt jeweils im Zustand maximaler
Spannung, sodass Geschwindigkeit und Bahnradius von einem Halbkreis zum nächsten zunehmen.
Vor Erreichen des Dosenrandes werden die Teilchen bei einem Maximalradius Rmax
durch ein elektrisches Ablenkfeld A aus der Anordnung ausgeschleust.
Beispiel 5.2.1/6:
Technische Anwendungen:
Teilchenbeschleuniger (Zyklotron, Betatron)
Mikrowellenröhren (Magnetron, Wanderfeldröhre, Carcinotron)
Elektronenoptik (Magnetische Linsen)
Ablenksystem in der Elektronenröhre
Die ablenkende Wirkung eines Magnetfeldes wird in der Wanderfeldröhre und
beim Carcinotron zur Bündelung der dort verwendeten langen Elektronenstrahlen
verwendet. Ohne Magnetfeld spreizen diese Strahlen durch Raumladungskräfte auf;
es wird also eine radiale Geschwindigkeitskomponente erzeugt. Als Gegenmaßnahme
wird ein axiales Magnetfeld eingeführt; dieses erzeugt mit der radialen
Geschwindigkeitskomponente eine Kreisbewegung, die sich der gewünschten
Bewegung in axialer Richtung überlagert.
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5.2.2 Die magnetische Erregung H
Nachdem die Induktion aus der Kraftwirkung definiert ist, kann sie auch ohne
Schwierigkeiten ihrer Ursache zugeordnet werden. Entsprechend der
Ausgangsbetrachtung Gl.(5.2.1/1) ist die Induktion B eine Folge der mit v2 bewegten
Ladung Q2 entsprechend der Beziehung in Gl.(5.2.2/1). Zur Erklärung
der Richtungszuordung seien folgende experimentelle Ergebnisse betrachtet (Bild
5.2.2/1):
Eine Ladung Q bewege sich mit der Geschwindigkeit . Im Raum um diese Ladung
besteht also ein Magnetfeld, dessen Kraftwirkung mit einem magnetischen Dipol
(Magnetnadel) gemessen wird. Dabei lässt sich Folgendes beobachten:
| a) |
In allen Punkten, die außerhalb der Geraden x liegen, stellt
sich der Dipol mit seiner Längsachse tangential zu einer konzentrisch und
senkrecht zur Geraden x verlaufenden Kreislinie ein, sodass seine Süd -
Nordrichtung rechtswendig um die Geschwindigkeitsrichtung
weist, d.h., der Induktionsvektor
steht senkrecht auf der
durch die beiden Vektoren
und
bestimmten Ebene, und zwar so, dass , und ein Rechtssystem bilden. Die
dem - Feld
entsprechenden Feldlinien ergeben sich als konzentrische Kreise um eine durch bestimmte Gerade.
|
| b) |
Auf Linien im Abstand a parallel zu x ist das auf den Dipol
wirkende Drehmoment in den Punkten am größten, die in der zu
senkrechten Ebene durch Q
liegen, d.h., in diesen Punkten ist auch der Betrag des Induktionsvektors maximal.
(x;a=konst.) = maximal
bei x = 0 ( )
|
| c) |
In allen Punkten P(x;a=0), die auf der durch den Geschwindigkeitsvektor
bestimmten Geraden x liegen,
wird kein richtendes Moment auf den Dipol ausgeübt, d.h., die Kraftwirkung
und damit das magnetische Feld ist hier gleich null.
(x;a=0) = 0
|
Denkt man sich nun die Geschwindigkeit aus ihren beiden Komponenten |
|
· sin (α) und
| | · cos (α) zusammengesetzt
(Bild 5.2.2/1), so folgt aus b) und c),
dass die Komponente in Richtung keinen Beitrag zur Erregung der Kraftwirkung und damit zur Induktion
liefert ( | | = 0 für 
), sondern lediglich die
senkrecht zu ( | | ≠ 0 für  ).
Mit der Gl.(5.2.2/3) wird die der Wirkung zugeordnete Feldgröße über die
Materialeigenschaften μ des Raumes allgemeingültig
ihrer Ursache Q·
zugeordnet.
Der der Ursache Q· eines magn. Feldes zugeordnete Feldvektor wird als
magnetische Erregung bezeichnet
und ist definiert als Quotient des der Wirkung zugeordneten Feldvektors
durch eine seinem Raumpunkt
entsprechende Materialkonstante μ.
in Gl.(5.2.2/4) ist so definiert,
- dass diese Feldgröße aus der physikalisch realen Ursache der bewegten
Ladung an jeder beliebigen Stelle des Raumes ohne Bezug auf die
Materialeigenschaften des Raumes bestimmt werden kann und
- dass aus dieser Feldgröße der die Wirkung beschreibende Feldvektor
durch Multiplikation mit
einer die im betrachteten Feldpunkt vorhandenen Materialeigenschaften des
Raumes beschreibenden skalaren Größe μ folgt.
Beispiel 5.2.2/1:
Berechnen Sie die Kräfte 1 und
2 auf die Ladungen Q1 und
Q2, wenn diese mit den unterschiedlichen Geschwindigkeiten
1 und
2 bewegt werden.
Man erkennt, dass im allgemeinen Fall (Bild 5.2.2/2) 1 2 auf Q1 und Q2 unterschiedliche
Kräfte wirken ( 1
2),
was auch unter Einbeziehung der elektrostatischen Kräfte den Grundsatz der Mechanik "actio =
reactio" bzw. den Impulserhaltungssatz ( ) in Frage zu stellen scheint.
Ohne nähere Erklärung sei erwähnt, dass zwei mit ungleichen Geschwindigkeiten
bewegte Ladungen eine Feldänderung und damit eine Impulsänderung des Feldes bewirken.
Damit bleibt aber dann der Impuls des Systems, in dem sich die bewegten Ladungen und deren Feld
befinden, wieder konstant, woraus man die Notwendigkeit der Feldbetrachtung erkennt. Ohne die
Feldberechnung können keine zeitlich veränderlichen magnetischen Ausbreitungsvorgänge
behandelt werden.
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5.2.3 |
Berechnung der vektoriellen
Feldgrößen in unendlich ausgedehnten, magnetisch homogenen Räumen
(μ = konst.) |
In der Feldbetrachtung geht man wie folgt vor:
- Aus der Ursache (der mit
bewegten Ladung Q) wird in dem um von Q entfernten Punkt P der dieser Ursache zugeordnete
Feldvektor nach
G.(5.2.3/1) berechnet.
- Aus dem Feldvektor
in einem beliebigen Punkt P folgt durch Multiplikation mit der allein diesem
Punkt eigenen Materialkonstanten μ der die Wirkung
beschreibende Feldvektor
= μ ·
, aus dem dann
- die Wirkung des magnetischen Feldes (z.B. Kraftwirkung) in diesem Punkt
eindeutig berechnet werden kann.
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5.2.3.1 Überlagerungssatz
Sind in einem Raum mehrere bewegte Ladungen, so erregt jede derselben ein
Magnetfeld, und das resultierende Feld muss aus der Summe der Einzelerregungen
ermittelt werden. In linearen Räumen (das sind solche, in denen die Wirkung
linear von der Ursache abhängt) ist dieses leicht möglich, da für jede
Ladung Qi unabhängig von den anderen die magnetische Erregung
in einem
betrachteten Punkt nach Gl.(5.2.3/1) berechnet werden kann. Durch geometrische
Addition aller Einzelerregungen ergibt sich dann die resultierende
(Gl.(5.2.3.1/1)).
Grundsätzlich lässt sich mit Gl.(5.2.3.1/4) das von jedem beliebigen
gegebenen Strömungsfeld erregte Magnetfeld berechnen, allerdings im
Allgemeinen nur mit einem erheblichen Rechenaufwand. Für die in der Praxis am
häufigsten auftretenden linearen Leiter - das sind solche, deren
Querschnittsabmessungen klein gegenüber den betrachteten Längenausdehnungen
sind - lässt sich dieser Aufwand reduzieren, wenn das Volumenintegral
näherungsweise in ein Linienintegral umgewandelt wird.
Beispiel 5.2.3.1/1:
Entlang eines unendlich langen Leiters, der vom Gleichstrom I durchflossen wird, bewegen
sich an jeder Stelle die positiv angenommenen Ladungselemente dQ mit der konstanten
Geschwindigkeit längs des Leiters in
Richtung der definierten Stromrichtung I. Berechnen Sie die magn. Erregung
in jedem Punkt P mit der
Entfernung R von der Leitermittellinie.
Beispiel 5.2.3.1/2:
In ein homogenes Magnetfeld BH wird ein Leiter gebracht, der vom Strom
I durchflossen wird. Berechnen Sie das resultierende Magnetfeld.
Interaktive grafische Darstellung von Beispiel 5.2.3.1/2
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|
5.2.3.2 |
Die praktische Berechnung des Magnetfeldes
stromdurchflossener Leiter (Biot - Savart’sches Gesetz) |
Bei Gl.(5.2.3.2/1) muss beachtet werden, dass das stationäre Strömungsfeld
quellenfrei ist, d.h., der Strom fließt immer in einem geschlossenen Kreislauf.
Trotz dieser Einschränkung muss gesagt werden, dass die Berechnung des
magnetischen Feldes einer stromdurchflossenen, nicht geschlossenen Teillänge
praktisch von großem Nutzen ist, da man in vielen realen Stromkreisen bestimmte
Teillängen außer acht lassen kann, weil ihr Beitrag zur Erregung des
magnetischen Feldes gegenüber dem der übrigen Längen vernachlässigbar klein
ist.
Beispiel 5.2.3.2/1:
Berechnen Sie über das Gesetz von Biot-Savart die magn. Erregung, die von einer
quadratisch geformten, stromdurchflossenen Leiterschleife in deren Mittelpunkt hervorgerufen
wird.
Beispiel 5.2.3.2/2:
Gegeben sei eine vom Strom I durchflossene kreisförmige Leiterschleife mit dem Radius
R0.
| a) |
Berechnen Sie mit Hilfe des Biot-Savart’schen Gesetzes die magn. Erregung in
einem Punkt P auf der z-Achse. |
| b) |
Diskutieren Sie das Ergebnis für z << R0 und z >>
R0. |
Beispiel 5.2.3.2/3:
Mit Hilfe des Biot-Savart’schen Gesetzes ist das Magnetfeld auf der Mittellinie einer
zylindrischen Spule mit n Windungen und der Länge L zu bestimmen.
Die Windungen können als lineare Leiter betrachtet werden.
Beispiel 5.2.3.2/4:
Die magn. Erregung im Punkt A ist zu berechnen. Die Größen
α und R des Dreiecks sind gegeben.
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5.3 Integrale Größen des magnetischen
Feldes
Mit den vektoriellen Feldgrößen und lassen
sich die magnetischen Felder als Ortsfunktionen darstellen, d.h., mit ihnen
können homogene wie inhomogene Felder eindeutig und vollständig beschrieben
werden. Sie bilden daher die Grundlage einer allgemeingültigen Theorie zur
Berechnung und Darstellung magnetischer Felder. Bei den praktischen
Problemstellungen in technischen Anwendungsgebieten interessiert aber vielfach
die resultierende Wirkung ganzer Feldgebiete, die eleganter mit den integralen
Kenngrößen des Feldes beschrieben werden kann.
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5.3.1 Die magnetische Spannung V
Die vektorielle Feldgröße
lässt sich entsprechend ihrer Dimension I/l als die auf die Länge
der magnetischen Feldlinie bezogene, sie verursachende elektrische Strömung
auffassen. Dieser Vorstellung entsprechend wurde durch die räumliche
Integration von eine
integrale magnetische Größe definiert, die sogenannte magnetische Spannung.
Diese Bezeichnung entspricht der Analogie des Magnetfeldes zum elektrostatischen
Feld in der historischen Auffassung.
Die zwischen zwei Punkten auftretende magnetische Spannung V12 in
Gl.(5.3.1/1) ist eine skalare Größe. Ihre Wirkungsrichtung kann ähnlich wie
die der elektrischen Spannung durch einen Zählpfeil, der in die
Integrationsrichtung weist, gekennzeichnet werden. Im Gegensatz zum
elektrostatischen Feld ist diese Spannung allerdings nicht mehr in jedem Falle
von dem gewählten Integrationsweg unabhängig, wie folgende Betrachtungen
zeigen:
Ein vom Strom I durchflossener langer Leiter erregt ein Magnetfeld, dessen - und -Feldlinien konzentrische
Kreise um den Leiter darstellen mit |
| =
I/(2πR) (Bild 5.3.1/1).
In diesem Feld ergibt sich die magnetische Spannung zwischen den Punkten 1
und 2 wie folgt:
| a) |
Integriert man in Richtung d , also rechtswendig um den Zählpfeil I, entlang der Feldlinie a
mit dem Radius R, so erhält man Gl.(5.3.1/2). Jeder andere Integrationsweg,
der rechtswendig um I verläuft, z.B. die Wege a1 oder a2,
liefert das gleiche Ergebnis, allerdings mit höherem Rechenaufwand. |
| b) |
Integriert man in Richtung d , also linkswendig um den Zählpfeil I, entlang der Feldlinie mit
dem Radius R, so ergibt sich Gl.(5.3.1/3). Alle Spannungen V12(b),
die linkswendig integriert werden (z.B. b1), sind wieder
untereinander gleich. Addiert man die Spannungen beider Integrationswege unter
Beachtung der Richtungen der Zählpfeile, so muss diese Summe gleich sein der
magnetischen Spannung über eine geschlossene Linie um I (Gl.(5.3.1/4)). |
Im Gegensatz zur Spannung im elektrostatischen Feld ist die magnetische
Spannung zwischen zwei Punkten in Gebieten, in denen bewegte Ladungen auftreten,
nicht mehr eindeutig. Es fehlt ihr auch im Gegensatz zur elektrischen Spannung
die anschauliche physikalische Bedeutung , sodass sie mehr als eine
Rechengröße aufgefasst werden muss.
Beispiel 5.3.1/1:
Auf der z-Achse eines rechtwinkligen Koordinatensystems (Bild 5.3.1/2) liege ein
unendlich langer Leiter, durch den der Strom I fließt. Wie groß
ist die magn. Spannung VAB zwischen den Punkten A und B?
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5.3.1.1 Der Durchflutungssatz
Aus der Gl.(5.3.1/4) ergibt sich, dass die magnetische Spannung über einen
geschlossenen Umlauf, der den Strom I einschließt, immer den Wert I ergibt. Der
Durchflutungssatz besagt, dass in einem beliebigen, von Strömen durchflossenen,
Feld das Wegintegral der magn. Erregung längs einer geschlossenen Linie gleich ist der Summe
aller Ströme, die von der geschlossenen Linie umfasst werden (Gl.(5.3.1.1/1)).
Die Ströme, die von dem gewählten Integrationsumlauf d rechtswendig umschlossen
werden, sind mit positivem, die linkswendig umschlossenen mit negativem
Vorzeichen in der Stromsumme zu berücksichtigen. Dieser Durchflutungssatz kann
in beliebigen Räumen experimentell, in homogenen Räumen
(μ = konst.) auch mit dem
Biot - Savart’schen Gesetz, bewiesen werden.
Wesentlich ist, dass lediglich die Ströme den Wert des Umlaufintegrals
bestimmen, die innerhalb des Integrationsumlaufes fließen.
Das darf aber nicht dahingehend gedeutet werden, dass die
Ströme außerhalb des Umlaufes das Feld nicht beeinflussen würden. Z.B.
bestimmt der Strom I5 in Bild 5.3.1.1/1 den Feldverlauf mit, nicht
aber den Wert des Umlaufintegrals.
Fließen die Ströme in räumlich ausgedehnten Leitern (Strömungsgebieten),
auf die sie sich mit unterschiedlichen Stromdichten verteilen, so muss die vom
Umlaufintegral eingeschlossene Fläche in kleine Flächenelemente dA unterteilt
werden, über die die Stromdichte als konstant angenommen werden kann. Wird das
Flächenelement durch den Flächenvektor d gekennzeichnet, der rechtswendig dem Integrationsumlauf
d zugeordnet ist, so lässt
sich der Durchflutungssatz allgemein mit Gl.(5.3.1.1/2) beschreiben.
Die Summe der Ströme bzw. das Flächenintegral der Stromdichte wird auch als
elektrische Durchflutung Θ bezeichnet. Die große
praktische Bedeutung des Durchflutungssatzes ist darin zu sehen, dass er
gleichermaßen für Vakuum wie auch für homogene oder inhomogene Materie gilt.
Beispiel 5.3.1.1/1:
Berechnen Sie die Durchflutungen Θ = Σ I.
Beispiel 5.3.1.1/2:
Gegeben ist die in Bild 5.3.1.1/2 skizzierte lange dünne, stromdurchflossene
Zylinderspule. Berechnen Sie die magn. Erregung Hi im Inneren der
Spule.
Beispiel 5.3.1.1/3:
Gegeben ist eine konzentrische Leitung (Koaxialleitung) nach Bild 5.3.1.1/3. Messungen
mit einem Dipol ergaben, dass die Feldlinien als konzentrische Kreise verlaufen.
| a) |
Berechnen Sie den Betrag der magn. Erregung in Abhängigkeit vom
Abstand r von der Mittelachse für den Innenleiter, den Zwischenraum,
den Außenleiter und den Außenraum und stellen Sie die Ergebnisse grafisch
dar. |
| b) |
Welche magn. Erregung ergibt sich an der Oberfläche des Innenleiters
bei rd = 1 cm und I = 100 A? |
Beispiel 5.3.1.1/4:
Berechnen Sie die magn. Erregung für das in Bild 5.3.1.1/6 skizzierte Hohlrohr und
stellen Sie H(r) grafisch in der Zeichenebene dar.
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5.3.2 Der magnetische Fluss
F
Zur Kennzeichnung der resultierenden Wirkung des magn. Feldes in
einem räumlich ausgedehnten Bereich hat man die Größe
magn. Fluss F definiert.
In einem kleinen Gebiet, in dem das Feld als homogen angenommen
werden kann, erhält man den Fluss dF
durch die Fläche dA als Produkt aus | |
und der Projektion von dA in eine Ebene senkrecht zu
(Bild 5.3.2/1). Ordnet man der Fläche den Flächenvektor
d zu, so lässt sich
der Fluss auch als Skalarprodukt der Vektoren d
und angeben (Gl.(5.3.2/1).
Da man jede beliebig geformte Fläche A, die in einem inhomogenen Feld liegt,
in kleine Flächenelemente dA unterteilen kann, über die jeweils das Feld
homogen ( = konst.) ist,
lässt sich der Fluss durch diese Fläche mit Gl.(5.3.2/2) berechnen.
Der magn. Fluss F ist eine skalare Größe,
die aber zweckmäßig durch einen Zählpfeil in Richtung
des Flächenvektors
weisend gekennzeichnet wird. Ist der Flächenvektor nicht durch
einen Flächenumlauf bereits festgelegt, sollte er in Richtung
der Induktion gewählt werden, da dann der Flusszählpfeil
für F die gleiche Richtung
wie der Induktionsvektor hat.
Die Induktion kann auch als der magn. Fluss pro Fläche, d. h.
als Flussdichte, aufgefasst werden.
Die Fluss(dichte) - Linien sind immer in sich geschlossen. Dies gilt
unabhängig davon, ob das magn. Feld sich im Vakuum oder in irgendeinem Material
ausbildet oder ob der magn. Kreis sich aus mehreren Materialien zusammensetzt.
Aus dieser grundsätzlichen Eigenschaft des Flusses, die der des elektr. Stroms
völlig analog ist, ergibt sich die gleiche Aussage der Quellenfreiheit, wie sie
beim elektr. Strom (Erster Kirschhoff’scher Satz) formuliert wurde:
Der gesamte in eine Hülle einströmende Fluss muss gleich sein dem aus
dieser Hülle herausströmenden Fluss (Gl.(5.3.2/3)).
Beispiel 5.3.2/1:
Berechnen Sie den Fluss F,
der die Fläche mit der Länge l zwischen einer
unendlich lang gedachten Paralleldrahtleitung durchsetzt.
Beispiel 5.3.2/2:
Ein fünfadriges Kabel wird von einem Strom durchflossen, der je Ader 0,15 A
beträgt.
| a) |
Welche Werte nehmen die magn. Erregung H und die Induktion B
in einem Punkt in 50 cm Entfernung vom Kabel in einer nur aus Luft bestehenden
Umgebung an, wenn die Stromrichtung |
| a1) |
in allen 5 Adern gleich-, |
| a2) |
in 2 Adern entgegengerichtet ist? |
| b) |
Ändern sich diese Werte, wenn das Kabel konzentrisch mit einem
Eisenmantel von 2rm = 4 cm mittlerem Durchmesser und d = 2 mm
Wandstärke umgeben wird (μr = 200)?
Wie groß ist der magn. Fluss F
im Eisenmantel bei h = 1 m Höhe für a1)
und a2)? |
| c) |
Wie ändert sich H in dem Feldpunkt, wenn seine Entfernung vom Kabel um
2% vergrößert wird? |
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5.3.3 Definition der Induktivität L und
der Gegeninduktivität M
Von einer beliebig geformten, vom Strom I durchflossenen, geschlossenen Leiterschleife
(1), die die Fläche A1 einschließt, wird ein
magn. Feld erregt (Bild 5.3.3/1), das nach Gl.(5.2.3.2/1)
berechnet werden kann. Die Integration der Induktion B über die
Fläche A1 liefert den magn. Fluss FA1(I),
der von der Leiterschleife (1) umfasst wird. Der Ausdruck (5.3.3/2)
zeigt deutlich, dass das Verhältnis des Flusses FA1(I)
durch die Fläche A1 zu dem Strom I, der die Fläche
A1 einschließt, eine allein von der Geometrie der
Leiterschleife und den Materialeigenschaften μ des Raumes abhängige
Größe darstellt. Dieser Quotient, der den Zusammenhang
zwischen Strom und dem durch diesen erregten magn. Feld beschreibt,
wird als Induktivität L bezeichnet und ist durch Gl.(5.3.3/3)
allgemeingültig definiert. Da in der von I eingeschlossenen Fläche
und auch d
definitionsgemäß rechtswendig dem Zählpfeil I zugeordnet,
also gleichgerichtet sind, kann die Induktivität nur positiv
sein.
In gleicher Weise, wie der magn. Fluss in der Leiterschleife des erregenden
Stromes berechnet werden kann, ergibt er sich auch für eine beliebige
zweite Leiterschleife innerhalb des Raumes, wie z.B. in Bild 5.3.3/1
für die Fläche A2, zu FA2(I)
in Gl.(5.3.3/4). Auch bei Gl.(5.3.3/4) sieht man, dass der Quotient
des Flusses FA2(I)
durch die Schleife (2) um A2 zu dem ihn erregenden Strom
in Schleife (1) allein von der Geometrie beider Schleifen und den
Materialeigenschaften des Raumes abhängig ist. Man hat auch ihn
allgemeingültig definiert und als Gegeninduktivität M bezeichnet.
Die Gegeninduktivität kann positiv oder negativ werden, je nachdem, ob man
den innerhalb der hier stromlos angenommenen Leiterschleife (2) frei wählbaren
Vektor der Fläche d 2
in Richtung (I1)
annimmt oder entgegengesetzt. Selbstverständlich gibt es analog der
Gegeninduktivität der Leiterschleife (2) zur Leiterschleife (1) (M21)
auch eine solche der Leiterschleife (1) zur Leiterschleife (2) (M12).
In homogenen Räumen sind beide Gegeninduktivitäten gleich groß. Bestehen
die beiden Schleifen im Bild 5.3.3/1 nicht nur aus jeweils einer einzigen
Schleife, sondern besitzen n1 bzw. n2 Windungen, dann
gelten Gl.(5.3.3/8) und Gl.(5.3.3/9).
Beispiel 5.3.3/1:
Berechnen Sie die Gegeninduktivität zwischen den dargestellten Toroidspulen mit den
Windungszahlen n1 und n2. Die beiden Spulen liegen auf einem gemeinsamen
Eisenkern mit der relativen Permeabilität μr.
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5.4 Die Kraft auf den stromdurchflossenen
Leiter im Magnetfeld
Mit der Gl.(5.2.1/4) wird gerechnet, wenn statt der Ströme die Ladungen und
ihre Geschwindigkeiten gegeben sind, also bei der Bestimmung der Laufbahnen frei
im Raum beweglicher Ladungen, z.B. bei der Ablenkung des Elektronenstrahls in
einer Katodenstrahlröhre mit magn. Ablenksystem. In der Mehrzahl der Fälle
wird dagegen die Kraftwirkung auf stromdurchflossene Leiter gesucht, was eine
Weiterentwicklung der Gl.(5.2.1/4) erfordert. In Bild 5.4/1 ist ein vom
Strom I durchflossener Leiter beliebiger Lage skizziert, der von einem Magnetfeld
durchsetzt wird. Bei Gl.(5.4/1) empfiehlt es sich, entsprechend der
Grunddefinition (Abschnitt 5.2.1) unter die Induktion zu verstehen, die bei stromlosem Leiter
auftreten würde (gilt nur für lineare Räume). In nichtlinearen Räumen muss
dagegen mit dem resultierenden Feld gerechnet werden.
Beispiel 5.4/1:
Auf die geschlossene Leiterschleife wirkt an jeder Stelle eine Teilkraft
d mit radialer Richtung nach außen,
d.h. im Sinne einer Aufweitung der Kreisschleife. Das bedeutet aber eine Erweiterung des
Querschnittes des magn. Kreises, eine Vergrößerung des Flusses und gemäß
Gl.(5.3.3/3) eine Induktivitätserhöhung.
Ihre praktische Anwendung findet diese Erscheinung bei dem Hörnerblitzableiter
(Bild 5.4/3). Bei einem Überschlag infolge Hochspannung wird der Stromkreis durch einen
Lichtbogen zwischen den metallischen Stäben geschlossen. Die Ansätze des Lichtbogens
an den Stäben sind den Magnetfeldern der Ströme in den beiden unteren Hornteilen
ausgesetzt. Die sich ausbildenden Kräfte weisen nach oben und ziehen den Lichtbogen in
Richtung der auseinander strebenden Hornenden. Dadurch wird die durch den Lichtbogen geschlossene
Stromschleife ausgeweitet, bis schließlich die Spannung nicht mehr für die
vergrößerte Lichtbogenlänge ausreicht, was zu einem Abreißen des Bogens
führt. Unterstützt wird das Hochwandern des Lichtbogens durch die sich ausbildende
Wärmeströmung.
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5.5 Eigenschaften des magnetischen Feldes
Ursache des magn. Feldes ist die bewegte Ladung. Sie ist allerdings weder
Quelle noch Senke des magn. Feldes (der Feldlinien). In homogenen Räumen
(μ = konst.) umschließen die
- und
-Linien die sie verursachende
Durchflutung Θ endlos, d.h.,
und
sind quellenfrei. Das magn.
Feld ist ein Wirbelfeld. Seine Wirbel sind die elektrischen Durchflutungen
(Ströme), die Wirbelstärke, das ist die auf die Fläche bezogene magn.
Umlaufspannung entsprechend Gl.(5.3.1/4), ist der Stromdichte gleich.
In begrenzten Räumen außerhalb elektr. Ströme würde das Ringintegral
null ergeben, da es
keine Ströme umschließt.
Solche begrenzten Gebiete könnten also auch als wirbelfrei bezeichnet werden
(Bild 5.5/1). Um ein Raumgebiet eindeutig als wirbelfrei zu kennzeichnen, muss
allerdings die Umlaufspannung um jeden Raumpunkt null ergeben.
Sind in einem Raum verschiedene Materialien mit unterschiedlichem μ vorhanden,
man spricht dann von inhomogenen Räumen, so
sind die magn. Erregungen auf beiden Seiten einer Trennfläche zwischen zwei
verschiedenen Permeabilitäten μ1 ≠ μ2
(Bild 5.5/2) ungleich, da
konstant bleibt.
Das -Feld in Bild 5.5./2
ist ein Quellenfeld; auf der Grenzlinie zwischen Bereichen ungleicher
Permeabilität beginnen oder enden die -Linien.
Das -Feld ist in
jedem Raum quellenfrei, das -Feld ist
dagegen in Räumen, in denen sich μ
ändert, ein Quellenfeld. Die Quellen der -Linien sind die Stellen, an denen sich μ
ändert.
Erwähnt sei, dass diese Aussagen für die Modellvorstellung gelten, dass das
-Feld ausschließlich von den
makroskopischen äußeren Strömen erregt wird und die
resultierenden Zusatzerregungen der mikrokosmischen Ströme im atomaren Bereich
der Materie in der Permeabilität μ der Stoffe
berücksichtigt werden.
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