7. Die Induktionswirkung des magnetischen Feldes
Für den geschlossenen Umlauf einer Masche muss die Summe der elektr.
Spannungen null sein. Fließt in einer geschlossenen Schleife ein Strom, so muss
außer den passiven Spannungsabfällen I · R, die
Folge des Stromes sind, mindestens eine aktive, d.h. den Strom primär
verursachende, Spannung in der Schleife wirksam sein. Eine solche aktive
Spannung kann von einem zeitlich veränderlichen magn. Feld in der Masche
verursacht werden. Man spricht dann davon, dass das magn. Feld in der Masche
eine Spannung induziert. Es lassen sich also zwei Wirkungen im magn. Feld
beobachten:
- die Kraftwirkung,
- die Induktionswirkung.
Da zumindest nach einer Modellvorstellung die Induktionswirkung als Folge der
Kraftwirkung auf bewegte Ladungsträger erklärt werden kann, sollen von dieser
ausgehend die Grundgesetze der Induktionswirkung abgeleitet werden.
Ein gerader Leiter werde entsprechend der in Bild 7/1 dargestellten Anordnung
in einem homogenen Magnetfeld
geradlinig mit der konstanten Geschwindigkeit
bewegt. Zwei Punkte (1) und (2) auf dem Leiter mit dem Abstand l seien gleitend mit zwei
ruhenden Schienen galvanisch verbunden, über die die Spannung des Leiters ebenfalls
vom ruhenden Standpunkt gemessen werden kann. Auf die mit dem Leiter im Magnetfeld bewegten
freien Ladungsträger wird eine in Längsrichtung des Leiters wirkende Kraft
mag ausgeübt, derzufolge sich positive
Ladungen zum Punkt (2) bzw. negative zum Punkt (1) des Leiters verschieben.
Die Folge dieses Ladungsunterschiedes ist ein elektr. Feld im Leiter, dessen Feldstärke
von der positiven zur negativen Ladung
gerichtet ist und die ebenfalls eine Kraft el
auf die Ladungsträger ausübt, allerdings in entgegengesetzter Richtung zu der magn.
verursachten. Man kann die vom magn. Feld auf die bewegte Ladung ausgeübte
Kraftwirkung formal über eine Art magn. verursachte, d.h. induzierte, elektr.
Feldstärke i beschreiben, die sich
entsprechend der Definitionsgleichung = /Q mit Gl.(7/1) berechnen lässt. Die induzierte
elektr. Feldstärke i in Gl.(7/1)
ist so gerichtet, dass ,
und
i ein
Rechtssystem bilden; sie weist in Richtung des von ihr verursachten positiven
Ladungsüberschusses, also von minus nach plus.
Ein stationärer Gleichgewichtszustand ist erreicht, wenn der
Ladungsunterschied gerade so groß ist, dass die beiden entgegengesetzt
gerichteten Kraftwirkungen bzw. Feldstärken betragsmäßig gleich sind.
Werden diese beiden elektr. Feldstärken jeweils in ihrer Wirkungsrichtung
über die Leiterlänge l integriert, so erhält man auch zwei in ihrer
Zählpfeilrichtung unterschiedliche Spannungen.
| a) |
Die Spannung Ui in Gl.(7/3) als Folge der magn.
Kraftwirkungen ergibt sich positiv für die Integration in Richtung
i, also für den von
minus nach plus weisenden Zählpfeil Ui. |
| b) |
Die Spannung U0 in Gl.(7/4) als Folge des verursachten
Ladungsunterschiedes ergibt sich positiv für die Integration in Richtung , also für den von plus nach minus
weisenden Zählpfeil. |
Beschreibt man die Anordnung entsprechend Bild 7/1 über die Modellvorstellung einer
Ersatzspannungsquelle (Bild 7/3) mit Ui nach
Gl.(7/3) bzw. U0 nach Gl.(7/4), so fließt ein Strom I in dem durch
den Widerstand R galvanisch geschlossenen Kreis.
Die über das Magnetfeld aufgebrachte Arbeit (Gl.(7/5)) wird den
Ladungsträgern zugeführt und in diesen als potentielle Energie gespeichert.
Der Ladungsunterschied ruft auch im äußeren Stromkreis, d.h. dem
angeschlossenen Widerstand R, ein elektr. Feld hervor. Infolge der dadurch
verursachten Kraft bewegen sich die Ladungsträger durch den Widerstand. Hier
wird das Gleichgewicht der stationären Strömung durch eine Art
"Reibungskraft" bestimmt, die auf die Ladungsträger bei ihrer Bewegung
durch den Leiter wirkt und die proportional ihrer Geschwindigkeit, also der Stromdichte
ist (Gl.(7/6)).
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7.1 Das zeitlich veränderliche magnetische
Feld
Die Induktionswirkung wurde für das Beispiel in Bild 7/1 der Bewegung
eines Leiters im Magnetfeld zugeschrieben. Im Folgenden sei zunächst an dem gleichen
Beispiel gezeigt, dass auch eine andere Modellvorstellung möglich ist. Bewegt
sich der Leiter in der Anordnung entsprechend Bild 7/1 mit der Geschwindigkeit
, so wird die von der Masche Leiter,
Schienen, Klemmen umfasste Fläche A kleiner; ihre zeitliche Änderung dA/dt ist
negativ. Die in dem Leiter induzierte Spannung Ui lässt sich damit
auch über die Flächenänderung zum Ausdruck bringen.
Da der Flächenänderung nun wiederum eine Änderung des von der Fläche
umfassten Flusses entspricht, kann man die in dem Leiter induzierte Spannung
auch einer zeitlichen Änderung des magn. Flusses zuschreiben, der von der Schleife
umfasst wird, in der die Spannung auftritt. Für Bild 7/1 ergibt sich
damit bei = konst. die Gl.(7.1/1).
Weiter folgt aus dem Bild 7/1, dass die induzierte Spannung Ui bei
zeitlich abnehmendem Fluss positiv ist, wenn
Die abgeleitete Gl.(7.1/1) ist nicht nur eine andere Formulierung der
Gl.(7/3), sondern sie hat weit darüber hinausgehende eigenständige Bedeutung,
wie aus den folgenden weiteren Beispielen experimenteller Beobachtungen zu
erkennen ist. Gleichzeitig sollen diese Beispiele zeigen, dass sich die in einer
Schleife induzierte Spannung durch die Wahl eines geeigneten Beobachtungsstandpunktes
in allen Fällen über die zeitliche Änderung des von der Masche umfassten
magn. Flusses erklären lässt, nicht immer jedoch über die Bewegung eines
Leiters im Magnetfeld.
| 1. |
Eine Leiterschleife bewege sich, ohne ihre Form zu verändern
(A = konst.) mit der Geschwindigkeit durch ein zeitlich konstantes und räumlich begrenztes
Magnetfeld (Bild 7.1/2). Ist die Induktion im Bereich der
Leiterlänge 1-2 ungleich null, im Bereich der Leiterlänge 3-4 dagegen null,
so wird in der Schleife eine Spannung induziert. Von einem Standpunkt außerhalb
der Schleife erkennt man deren Geschwindigkeit ≠ 0. |
| 2. |
Bewegt sich die Leiterschleife des Beispiels 1 vollständig im homogenen
Magnetfeld, so wird in ihr keine Spannung induziert. Da sich alle Teillängen
mit gleichem in Bereichen mit
konstantem bewegen, ist die
induzierte Spannung im Bereich 1-2 entgegengesetzt gleich der in 3-4, sodass
die Summenspannung in der Masche null ist. Beide Beispiele würden sich mit
Φ =
· auch über Ui = -dΦ/dt erklären
lassen. |
| 3. |
Der Umfang und die Welle einer rotierenden, leitenden Scheibe werden
über feststehende Schleifer in eine feststehende Leiterschleife
eingeschaltet (Bild 7.1/3). Rotiert die Scheibe mit
ω in einem zeitlich konstanten Magnetfeld, dessen
Induktion senkrecht zur Scheibe
liegt, so wird in der Schleife eine Spannung induziert. |
| 3.1 |
Betrachtet man von außerhalb der Scheibe die mit dem Leiter, d.h.
der Scheibe, mit v = ω · r bewegt erscheinenden
Ladungsträger, so ergibt sich, dass auf diese eine
radial zum Scheibenrand gerichtete Kraft, also eine Feldstärke
i wirkt, sodass von der Welle zum
Scheibenrand eine induzierte Spannung Ui02 auftritt. |
| 3.2 |
Von außerhalb der Scheibe lässt sich die gemessene Spannung
über dΦ/dt dagegen nicht deuten, da die Fläche
A2 der Schleife Welle, Scheibe, Leitungen, Klemmen wie auch die Induktion
und damit der von der Schleife
umfasste Fluss zeitlich konstant sind. |
| 3.3 |
Bezieht man einen Betrachtungsstandpunkt auf der rotierenden Scheibe,
z.B. den Punkt 1 auf dem Scheibenrand, so erscheint von hier die Scheibe
stillstehend, aber der Schleifer 2 mit den Leitungen zu den Klemmen entgegen
ω rotierend, d.h., man beobachtet die
gestrichelt in Bild 7.1/3 eingezeichnete geschlossene Schleife um die
Flächen A1 + A2, wobei A2 durch Welle,
Scheibe, Leitungen bestimmt wird und A1, senkrecht zu A2,
durch die Punkte 0, 1, 2. Während der Fluss in A2 konstant
gleich null ist, ändert er sich in A1 bei konstantem
entsprechend der Änderung von
A1, und es wird in der Schleife die Spannung Ui induziert. |
Da das Feld homogen ist, wird längs aller Radien r die gleiche Spannung
induziert. Man nennt dies unipolare Induktion. Wäre das Feld
inhomogen, so entstünden längs verschiedener Integrationswege
verschiedene Spannungen; innerhalb der Scheibe wären sozusagen
verschieden große Ersatzspannungsquellen parallel geschaltet
- es gäbe Ausgleichströme innerhalb der Scheibe (Wirbelströme).
Zur Berechnung der Spannung zwischen den Punkten 0 und 2 in Bild
7.1/3 reicht dann das Induktionsgesetz allein nicht aus.
Das gilt ganz allgemein für bewegte Platten in inhomogenen
Magnetfeldern.
| 4. |
In einer räumlich feststehenden Schleife (umfasste Fläche
A zeitlich konstant) entsprechend Bild 7.1/4 ändert sich der von
der Schleife umfasste Fluss zeitlich dadurch, dass sich die Induktion zeitlich
ändert (d /dt ≠ 0),
eine Gegebenheit, wie sie z.B. bei jedem
Transformator vorliegt. Die experimentellen Erfahrungen zeigen, dass die in einer
solchen Schleife induzierte Spanung Ui ebenfalls proportional ist der
Änderungsgeschwindigkeit des umfassten magn. Flusses. Da man von beliebigen
Standpunkten auf oder außerhalb der Schleife keine Bewegung derselben
erkennt, wohl aber die zeitliche Änderung der Induktion, lässt sich die
induzierte Spannung nur nach der Beziehung (7.1/3) deuten. |
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7.1.1 Das Induktionsgesetz
Nach den Beispielen des letzten Abschnittes erscheint es sinnvoll, das
Induktionsgesetz allgemeingültig über die zeitliche Flussänderung zu
formulieren. Dazu ist es dann allerdings notwendig, die Flussänderung aller
Ursachen zu berücksichtigen, also der Bewegung der Schleife (Bild 7.1/2)
oder Teile derselben (Bild 7/1) und der zeitlichen Änderung der Induktion
(Bild 7.1/4). Selbstverständlich können auch beide Ursachen
gleichzeitig auftreten, wie z.B. in Bild 7.1.1/1 schematisch dargestellt.
Da der magn. Fluss und damit auch die Flussänderung sich immer
auf eine bestimmte Fläche beziehen, die von einer in sich geschlossenen,
d. h. endlosen, Linie begrenzt wird, muss die von einem Fluss in
einer Schleife induzierte Spannung immer als geschlossenes Linienintegral
angegeben werden (Gl.(7.1.1/2)).
Bei der Beschreibung praktisch ausgeführter Schaltungen durch diskrete
Schaltelemente wird häufig die Schleife, in der die Spannung induziert wird,
als eine über Klemmen zugängliche Spannungsquelle (aktiver Zweipol)
aufgefasst, d.h., die Schleife muss geöffnet sein, damit die induzierte
Spannung an ihren Enden (Klemmen) abgegriffen werden kann. Diese Auffassung ist
physikalisch aber nur haltbar, wenn der geschlossene Kreis über einen so kurzen
Weg ds geöffnet wird, dass das Integral der induzierten Feldstärke über
diesen Weg vernachlässigbar klein ist. Praktisch bedeutet das in vielen Fällen
keine Einschränkung, da die Schleife (häufig sogar aus mehreren Windungen
bestehend wie z.B. beim Transformator) über Zuleitungen, die ihrerseits keinen
nennenswerten Fluss einschließen (verdrillt oder parallel zueinander verlegt),
zu ihren Klemmen geführt wird, sodass die induzierte Spannung als geschlossenes
Wegintegral über die Schleife allein berechnet werden kann.
Im Folgenden soll gezeigt werden, dass die Richtungsregeln des
Induktionsgesetzes auch der Lentz’schen Regel nicht widersprechen. Ändert
sich in einer galvanisch geschlossenen Schleife der magn. Fluss dΦ/dt < 0
(Bild 7.1.1/3), so wird eine
Spannung Ui induziert, die einen Strom I in der Masche bewirkt, der an dem
ohmschen Widerstand der Schleife den Spannungsabfall i ·
R zur Folge hat. Dieser Strom verursacht nun seinerseits ein magn. Feld, dessen
Induktionsvektor (i) rechtswendig
der Stromrichtung zugeordnet ist, und damit, wie aus Bild 7.1.1/3 zu ersehen,
die gleiche Richtung hat wie die primär den Strom verursachende Induktion
(t), d.h., der kleiner werdende Fluss
bewirkt einen Strom, der den gesamten von der Schleife umfassten Fluss zu
vergrößern sucht, sodass die Änderungsgeschwindigkeit
dΦ/dt verringert wird. Allgemein lässt sich sagen:
Ändert sich in einer galvanisch geschlossenen Schleife der von dieser umfasste magn.
Fluss Φ (t), so wird dadurch in dieser Schleife ein Strom i
bewirkt, der seinerseits einen magn. Fluss Φ (i)
erregt, der so gerichtet ist, dass er den von der Schleife umfassten
resultierenden Fluss konstant zu halten versucht, d.h., er wirkt der den Strom
verursachenden Flussänderung entgegen.
Die Betrachtung der Induktionswirkungen in Netzwerkteilen, die sich nicht
mehr in diskrete aktive und passive Zweipole zusammenfassen lassen (Bild
7.1.1/4), führt zu dem Induktionsgesetz in allgemeinster Form. In Bild
7.1.1/3 sei z.B. der Widerstand R räumlich über größere
Bereiche der galvanisch geschlossenen Schleife ausgedehnt. Dann darf
seine Länge bei der Berechnung der induzierten Spannung Ui nach
Gl.(7.1.1/2) nicht mehr vernachlässigt werden. Betrachtet man den Extremfall,
eine aus widerstandsbehafteten Draht bestehende kurzgeschlossene Schleife (Bild
7.1.1/5), so wird offensichtlich, dass man in einem geschlossenen Umlauf um
einen sich zeitlich ändernden magn. Fluss keine Aufteilung in Bereiche
vornehmen kann, in denen ausschließlich die Spannung induziert wird, bzw. in
denen ausschließlich ein Spannungsabfall auftritt. Hier ist auch keine
Möglichkeit gegeben, ausgezeichnete Stellen in dem geschlossenen Kreis
anzunehmen, an denen sich Ladungskonzentrationen ausbilden, die Ursache eines
elektr. Feldes sind, welches in Bild 7.1.1/4 für den widerstandsbehafteten
Teil über beschrieben wird, und für
den Teil, in dem induziert wird, über i.
Es ist vielmehr so, dass sich im galvanisch geschlossenen Kreis immer ein
quellenfreies, geschlossenes Strömungsfeld ausbildet unabhängig davon, wie
sich die Widerstände in diesem Kreis verteilen. Das über die geschlosssenen
Strömungslinien gebildete Umlaufintegral ist dann gleich der zeitlichen
Änderung des von diesem Umlauf umfassten magn. Flusses (Gl.(7.1.1/3)).
Bei vielen praktischen Problemstellungen kann man näherungsweise annehmen,
dass von allen Umläufen der gleiche Fluss umfasst wird, sodass sich der
Spulenfluss (z.B. Transformator) als Produkt aus der Zahl der Umläufe und dem
für alle gleichen Fluss errechnen lässt (Gl.(7.1.1/6)).
Beispiel 7.1.1/1:
Eine rechteckige Spule der Fläche A = a·b mit der Windungszahl n
wird senkrecht zu einem homogenen Magnetfeld
um ihre Achse mit der konstanten Winkelgeschwindigkeit ω
gedreht.
Wie groß ist die in der Spule induzierte Spannung?
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7.1.2 Die Eigenheiten des zeitlich
veränderlichen Feldes
Bei der bisherigen Beschreibung der Induktionswirkung wurden aus Leitern
bestehende Schleifen angenommen, in denen sich freie Ladungsträger befinden,
sodass der über die Kraftwirkung auf die Ladungen verursachte
Ladungsunterschied durch eine Spannungsmessung immer auch experimentell
nachgewiesen werden kann. Von dieser Vorstellung, dass eine Induktionswirkung an
einen Leiter gebunden sei, kann man sich jedoch relativ leicht lösen, wenn man
die Induktionswirkung in Analogie zu der Definition der Feldstärke als einen
dem Raum eigenen physikalischen Zustand deutet. Nach den Feldvorstellungen der
Elektrostatik ist die als Kraftwirkung auf die Ladung definierte Feldstärke
ein Raumzustand, der nicht davon abhängt, ob sich eine Ladung, über die der
Raumzustand gemessen werden kann, tatsächlich in dem betrachteten Raumpunkt
befindet. Dementsprechend hat man unter der Induktionswirkung bereits den
Tatbestand zu verstehen, dass ein sich zeitlich änderndes Magnetfeld eine
Kraftwirkung auf eine Ladung auszuüben vermag, d.h., dieses Vermögen, Kräfte
auf Ladungen auszuüben, ist eine Eigenschaft des Raumes, die durch eine im
zeitlich sich ändernden Magnetfeld auftretende elektr. Feldstärke zum Ausdruck
gebracht und über ein mit dem magn. Feld gekoppeltes elektr. Feld beschrieben
wird.
Mit einem sich zeitlich ändernden magn. Feld tritt gleichzeitig immer ein
elektr. Feld auf, dessen Integral der elektr. Feldstärke längs eines
geschlossenen Weges die in diesem Umlauf induzierte Spannung ist, die mit Hilfe
einer Leiterschleife entlang des Integrationsweges auch experimentell
nachgewiesen werden kann.
Nach den Feldvorstellungen sind die Feldlinien eines zeitlich veränderlichen
Magnetfeldes von geschlossenen elektr. Feldlinien umgeben (Wirbelfeld).
Existiert in dem betrachteten Feldteil keine bewegte Ladung, aber ein zeitlich
sich änderndes elektr. Feld (Feld im Nichtleiter), so lässt sich das
Durchflutungsgesetz mit Gl.(7.1.2/2) beschreiben. Die beiden Gleichungen
(7.1.2/1) und (7.1.2/2) beschreiben durch ihre gegenseitige Umkehrung besonders
eindringlich das elektromagn. Feld als eine Einheit:
| 1. |
Ein zeitlich sich änderndes elektr. Feld wird von einem Magnetfeld
umwirbelt. |
| 2. |
Ein zeitlich sich änderndes magn. Feld wird von einem elektr. Feld
umwirbelt. |
Die gegenseitige Verkopplung der elektr. und magn. Komponente des
elektromagnetischen Feldes bewirkt bei schneller periodischer zeitlicher
Änderung besondere Erscheinungen, wie Stromverdrängung im Leiter,
Feldverdrängung im magn. Leiter und elektromagn. Wellen im Nichtleiter. In Bild
7.1.2/3 ist schematisch die Wirbelverkopplung in einem stromdurchflossenen
Leiter skizziert. Sie wird bei schnellen zeitlichen Stromänderungen wirksam und
bewirkt die Verringerung der Stromdichte in den achsennahen Bereichen durch die
entgegengesetzten Richtungen des Stromdichtevektors und des Vektors der induzierten Feldstärke . Diesen Stromverdrängungseffekt
nennt man Haut- oder Skineffekt. Bild 7.1.2/4 zeigt die analoge Erscheinung im
magn. Leiter.
Der zeitlich veränderliche Fluss wird von einem Feldstärkefeld umwirbelt. Dieser -Wirbel ruft einen Stromwirbel im
massiven Eisenkern hervor (Wirbelstrom in Richtung ), und dieser wird wiederum von einem 2-Wirbel umgeben, der in den
achsennahen Bereichen dem ursächlichen Fluss entgegenwirkt.
Bei den elektromagn. Wellen im nichtleitenden Raum ist der Magnetfeldwirbel
nicht mit einem Leitungsstrom verkoppelt, sondern mit einem Verschiebungsstrom.
Technische Anwendungen finden Wirbelströmungen in Zählerscheiben,
Wirbelstrombremsen und Induktionsöfen. Sonst sind sie unerwünscht,
da sie den Kern erwärmen. Man kann sie weitgehend unterdrücken,
indem man den Kern lamelliert, d.h. ihn aus einzelnen, dünnen
Blechen schichtet, die gegeneinander durch eine dünne, aufgeklebte
Papierschicht oder durch eine Lackhaut isoliert werden. Die Schichtung
z.B. beim Bild 7.1.2./4 würde senkrecht zur Flussrichtung
erfolgen. Weil mit wachsender Frequenz der zeitlichen Änderung
die Blechdicke immer weiter herabgesetzt werden muss, geht man bei
Hochfrequenz auf Massekerne über; das sind Kerne, die aus einer
Mischung feinsten Eisenpulvers mit Isolierharz gepresst werden.
Beispiel 7.1.2/1:
In einem geraden, magn. Leiter (Eisen) von kreisförmigem Querschnitt soll überall
die gleiche Induktion B bestehen, die sich zeitlich ändert (Bild
7.1.2/5).
Berechnen Sie als Funktion des Radius r
| a) |
die elektr. Feldstärke inner- und außerhalb des magn. Leiters, |
| b) |
die Stromdichte J der Wirbelströme im Eisen, |
| c) |
die elektr. Erregung außerhalb des Eisens, |
| d) |
den Wirbelstrom für eine Länge l des magn. Leiters, |
| e) |
die von den Wirbelströmen im Eisenzylinder der Länge l hervorgerufene
Verlustleistung. |
Beispiel 7.1.2/2:
Berechnen Sie für das in Bild 7.1.2/8 skizzierte Eisenblech (d << b) bei
zeitlicher Änderung der Induktion B im Blech
| a) |
die elektr. Feldstärke innerhalb des magn. Leiters als f(x), |
| b) |
die Stromdichte der Wirbelströme im Leiter als f(x), |
| c) |
für eine Länge l des Bleches den gesamten Wirbelstrom und die
Verlustleistung. |
| d) |
Wie groß ist die Verlustleistung eines aus n solchen Blechen
geschichteten Kernes quadratischen Querschnitts, und in welchem Verhältnis steht sie
zu der in Beispiel 7.1.2/1 für den zylindrischen, nichtlamellierten Kern berechneten,
wenn in beiden Fällen gleiches Kernvolumen vorausgesetzt wird?
b = 5 cm, d = 0,1 mm |
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7.2 Berechnung der induzierten Spannung mit
Hilfe der Induktivität
Bei allen räumlich ausgedehnten elektr. Kreisen bilden die fließenden
Ströme ein magn. Feld aus. Ändert sich der Strom zeitlich, so ändert sich
auch das magn. Feld, wodurch eine Spannung induziert wird, die in dem Spannungssatz
für diesen Kreis berücksichtigt werden muss. Bei allen zeitlich nicht
konstanten Strömen kann also der Zusammenhang zwischen Spannung und Strom nur
unter Einbeziehung des magn. Feldes beschrieben werden. Am einfachsten geschieht
dieses über die bereits in 5.3.3 definierte Induktivität.
7.2.1 Die Selbstinduktion
In einer Schleife beliebiger Form fließe der Strom i(u), der den von ihr
umfassten Fluss Φ errege (Bild 7.2.1/1). Ändert
sich der Strom i(u), wird er z.B. um di größer, so vergrößert sich
entsprechend dem Durchflutungssatz auch der Fluss, z.B. um dΦ .
Die infolge der Stromänderung, rechtswendig zu (i(u)) anzutragende, induzierte Spannung ui
ergibt sich negativ, da di positiv ist (Gl.(7.2.1/1)), und muss als
eine weitere in die Masche eingeschaltete Spannung aufgefasst werden, deren
Wirkung nach dem Überlagerungssatz für sich berechnet werden kann, wenn die
primäre Spannungsquelle u als kurzgeschlossen angenommen wird (u = 0).
Der Strom i(ui) ist negativ, d.h., er fließt entgegen der
angenommenen Richtung, entgegen dem Zählpfeil ui und damit auch
entgegen dem Strom i(u). Dieser Strom i(ui) erregt nun seinerseits
auch ein Feld, dessen Induktion (i(ui))
rechtswendig i(ui) zugeordnet ist (wegen i(ui) < 0
entgegengesetzte Richtung), also der primären Induktion (i(u)) entgegenwirkt.
Ändert sich in einem elektr. Kreis der Strom zeitlich, so wird über die
damit verbundene zeitliche Änderung des Flusses eine Spannung induziert, die
sogenannte Selbstinduktionsspannung, die immer der sie verursachenden
Stromänderung entgegenwirkt, d.h., ihre Wirkung versucht, den Strom in dem
Kreis konstant zu halten.
Wie in 5.3.3 gezeigt, kann der pro Strom in einer Schleife erregte Fluss
durch die Induktivität L angegeben werden. Erweitert man den
Induktivitätsbegriff sinngemäß auf mehrere Windungen bzw. Umläufe, d.h.,
definiert man die Induktivität als Spulenfluss pro Strom in dieser Spule
(Gl.(7.2.1./3)), so lässt sich die Selbstinduktionsspannung auch direkt über
die Stromänderung zum Ausdruck bringen (Gl.(7.2.1/4)). Darin ist der
Induktionsvektor , aus dem sich Ψ ergibt,
rechtswendig dem Spulenstrom i zugeordnet, und
für den Zählpfeil der Spannung ui gilt, dass er rechtswendig dem
Induktionsvektor zugeordnet ist.
Daraus folgt:
Der Zählpfeil der Selbstinduktionsspannung ui an der
Induktivität ist in Richtung i anzutragen.
Von primärer Bedeutung ist natürlich die Änderung des Flusses und nicht
die des Stromes, d.h., ist die Induktivität L keine Konstante, sondern selbst
bereits eine Funktion des Stromes, wie z.B. bei Spulen mit Eisen, so muss
entsprechend Ψ = i · L(i)
(aus Gl.(7.2.1/3)) das Produkt aus L(i) und i differenziert werden
(Gl.(7.2.1/5)).
Beispiel 7.2.1/1:
| a) |
Berechen Sie die Induktivität der skizzierten Drosselspule in
Abhängigkeit von der Luftspaltlänge und stellen Sie sie normiert dar. |
| b) |
Welcher Strom in Abhängigkeit vom Luftspalt ist nötig, um eine
konstante Induktion zu erzeugen, und wie groß ist er für lL = 0
bzw. lL = 1 mm bei B = 1,6 Vsec/m2 ? |
| c) |
Welche Selbstinduktionsspannung entsteht, wenn man die in b) berechneten
Ströme in 0,5 msec unter Annahme eines zeitlinearen Stromabfalls
unterbricht? (μr soll konstant sein) |
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7.2.1.1 Die Induktivität L als Zweipol
Das Schaltsymbol für L ist in Bild 7.2.1.1/2 dargestellt. Es berücksichtigt
also den Einfluss des eigenen Magnetfeldes im Kreis. Bei einer Induktivität als
Zweipol nehmen wir immer eine Spule mit vielen Windungen und evtl. mit Eisenkern
an, sodass der Fluss in dieser konzentriert und im Verhältnis zu dem Fluss der
Zuleitungen sehr groß ist. Wir wählen nun (wie bei den anderen Zweipolen
R und C) den Richtungssinn des Spannungsabfalls uL über
den Klemmen des Zweipols in Richtung des Stromes i .
Technisch ist eine Spule immer mit einem (Draht-) Widerstand behaftet, d.h.,
es wird außer dem Auf- und Abbau des magn. Feldes auch Energie in Wärme
umgeformt. Diesen gleichmäßig über die Drahtlänge verteilten Widerstand R
stellen wir im Ersatzschaltbild durch ein konzentriertes Schaltelement dar (Bild
7.2.1.1/4).
Beispiel 7.2.1.1/1:
Eine von einem Gleichstrom I0 durchflossene Spule, gekennzeichnet durch ihre
Selbstinduktivität L und den Widerstand R ihrer Wicklung, wird
zur Zeit t = 0 durch Schließen eines Schalters kurzgeschlossen (Bild
7.2.1.1/5).
| a) |
Berechnen Sie den Spulenstrom für t 0 und stellen Sie ihn grafisch über der Zeit dar. |
| b) | Wie groß ist uL? |
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7.2.2 Die Gegeninduktion
Fließt in einer Schleife (1) der Strom i1 (Bild 7.2.2/1), der
sich zeitlich ändert, so ändert sich auch die von i1 in einer Spule
(2) erregte Induktion 2(i1).
Dadurch wird in der Spule (2) eine Spannung induziert, die sogenannte
Gegeninduktionsspannung ui2. Diese Gegeninduktionsspannung kann nun
analog der Selbstinduktionsspannung mit Hilfe der in 5.3.3 definierten
Gegeninduktivität M direkt aus der Stromänderung berechnet werden (Gl.(5.3.3/8)).
Dabei müssen aber die Konsequenzen des Vorzeichens von M, welches sich aus
der frei wählbaren Richtung des Flächenvektors 2 ergab (siehe 5.3.3), wie folgt beachtet werden:
| 1. |
Der Flächenvektor 2
der Spule (2) ist frei wählbar, damit ist aber die Integrationsrichtung in der
Spule (2) rechtswendig zu 2
festgelegt. d wird rechtswendig
zu 2 festgelegt. |
| 2. |
Dann ergibt sich die Umlaufspannung als Integral der Feldstärke in
Richtung d positiv, wenn diese
Feldstärke rechtswendig wirkt. Die Zählpfeile von ui2 oder uL2
werden in Richtung d , also
rechtswendig zu 2, angetragen. |
| 3. |
Die so angetragenen Zählpfeile sind auch dem Induktionsvektor 2(i1) bzw. dem Zählpfeil für
Φ21 rechtswendig zugeordnet,
wenn die erregte Induktion 2(i1)
in Richtung 2 verläuft, d.h.,
in diesem Fall ist den ui2- bzw. uL2-Zählpfeilen die
Gleichung (7.2.1.1/1) zugeordnet. |
In die Gleichung (7.2.2/1) müssen die Werte für Ψ21 bzw.
M21 unter Beachtung ihres Vorzeichens, d.h. der Richtung des durch i1
gegebenen Induktionsvektors 2(i1)
und des gewählten Flächenvektors 2,
entsprechend der Gl. (7.2.2/2) eingesetzt werden.
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|
7.2.3 |
Induktivitätsdefinitionen bei
magn. gekoppelten Spulen bzw. Stromkreisen |
Die magn. Kopplung zwischen zwei elektr. Stromkreisen ist von fundamentaler
Bedeutung, da sie bei den praktisch allein realisierbaren räumlich ausgedehnten
Kreisen prinzipiell immer gegeben ist. Sie kann gewollt und damit möglichst
groß sein, wie z.B. beim Transformator, oder ungewollt, d.h. möglichst klein,
wie z.B. zwischen zwei Fernsprechkreisen, in denen kein "Übersprechen"
auftreten soll. Man hat daher für die Beschreibung der magn. Kopplung zweier
Spulen eine Reihe von Definitionen geschaffen. Selbstverständlich gelten diese
für Spulen mit n Windungen formulierten Definitionen in gleicher Weise auch
für zwei Stromkreise, da diese als zwei Spulen der Windungszahl n = 1
aufgefasst werden können.
Zwei Spulen bzw. Stromkreise (Bild 7.2.3/1) sind immer
so angeordnet, dass der von einem Strom in
in einer Spule (n) erregte magn. Fluss
Fn(in)
nur zum Teil Fm(in)
< Fn(in)
mit der zweiten Spule (μ) verkettet ist.
| Fn(in): |
Gesamtfluss der Spule (n),
der vom Strom in in der
Spule (n) erregt wird. |
| Fnh: |
Haupt- oder Nutzfluss, der vom Strom
in in Spule (n)
erregt wird und gleichermaßen mit beiden Spulen (n)
und (μ) verkettet ist. |
Fn : |
Streufluss, der vom Strom in
in Spule (n) erregt wird und nur
mit Spule (n) verkettet ist. |
Diesen Flusskomponenten entsprechend werden auch Induktivitäten
definiert, die entsprechend Ψ/i ≈ n·F/i
nicht nur vom Fluss F, sondern
auch von der Windungszahl n der Spule abhängig sind.
Für die folgenden Definitionen gelten die Voraussetzungen:
| a) |
Alle Windungen in einer Spule umfassen den selben Fluss, sodass
Ψ = n·Φ gilt, |
| b) |
beide Spulen befinden sich in einem Raum homogener Permeabilität
μ = konst. . |
Die Gegeninduktivität in Gl.(7.2.3/2) ist eine Größe, die sozusagen die
aus beiden Spulen gebildete Einheit beschreibt.
Die Streuinduktivität in Gl.(7.2.3/3) ist entsprechend dem Streufluss jeder
Spule für sich zugeordnet.
Die Selbstinduktivität in Gl.(7.2.3/4) ist entsprechend dem Gesamtfluss
ebenfalls jeder Spule zugeordnet.
Die Hauptinduktivität bezieht sich wie die Gegeninduktivität auf den Haupt-
oder Nutzfluss, ist aber im Gegensatz zu dieser jeder Spule für sich zugeordnet
(Gl.(7.2.3/5)), d.h., sie bezieht sich nicht auf den Spulenfluss in der
Gegenspule, sondern auf den in der Spule des erregenden Stromes.
Gl.(7.2.3/6) beschreibt den Zusammenhang zwischen Hauptinduktivität
einer Spule (n) und der Gegeninduktivität
derselben zur zweiten Spule (μ).
Gl.(7.2.3/7) beschreibt das Verhältnis der Hauptinduktivität
der Spule (n) zur Hauptinduktivität
der Spule (μ).
Die Gegeninduktivität M eines Spulenpaares ist nach Gl.(7.2.3/8) gleich dem
geometrischen Mittel der beiden Hauptinduktivitäten
Lμh und
Lnh.
Aus den verschiedenen Induktivitäten sind noch eine Reihe einfacher zu
handhabende Verhältnisgrößen zur Kennzeichnung der magn. Kopplung zweier
Spulen definiert.
Der Streukoeffizient σn bzw.σm
in Gl.(7.2.3/9) bzw. Gl.(7.2.3/10) gibt das Verhältnis von
Streufluss zu Hauptfluss einer Spule an und kann zwischen 0 und
1 liegen.
Als komplementäre Größe ist der totale Kopplungsfaktor k in Gl.(7.2.3/11)
definiert. Der totale Kopplungskoeffizient k gibt das Verhältnis von
Gegeninduktivität zum arithm. Mittelwert der Selbstinduktivitäten an.
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7.2.4 Die Vierpolgleichungen magn. gekoppelter Spulen
Bei den Vierpolgleichungen ist ein Strom in umgekehrter Richtung durch ein
Minuszeichen zu berücksichtigen. Ob die M-Glieder positives oder negatives
Vorzeichen erhalten (d.h., ob die Flüsse sich addieren oder subtrahieren),
hängt vom Wickelsinn der Spulen und von den Stromrichtungen ab. Man
kennzeichnet dies im Schaltbild durch einen Punkt (Bild 7.2.4/2). Fließen
die Ströme in beiden Spulen auf die Punkte zu oder von diesen weg, so addieren sich
die Flüsse; man schreibt +M.
Eine gegenseitige Induktion von Spule 1 nach 2 und umgekehrt kann
gleichzeitig auftreten, wenn nicht nur in der Spule 1, sondern auch in der Spule
2 ein zeitlich veränderlicher Strom fließt.
Beispiel 7.2.4/1:
Gegeben ist ein idealisierter Transformator. Für den Transformator sollen folgende Annahmen
gelten:
- k = 1: Der gesamte Fluss ist mit beiden Spulen verkoppelt, die im Bild 7.2.4/4 gestrichelt gezeichneten
Flusslinien außerhalb des Eisenkreises (Streufluss) werden vernachlässigt
(Φ1 = Φ2 = Φ).
- Der magn. Kreis soll einen vernachlässigbaren magn. Widerstand besitzen
(Rmges = 0).
- Die Spulenwiderstände seien zu vernachlässigen
(R1 = R2 = 0).
Berechnen Sie:
| a) |
die Stromübersetzung i1/i2, |
| b) |
die Spannungsübersetzung u1/u2, |
| c) |
den Eingangswiderstand rin, wenn die Sekundärwicklung mit
einem Lastwiderstand RL abgeschlossen wird, |
| d) |
die Leistungsübersetzung p1/p2. |
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