6. GLOSSAR (
Begriffe und Methoden in alphabetischer Reihenfolge)| Abschlussfrage | Schlussaktivität einer Gruppe am Ende einer Moderation mit Hilfe derer die Gruppe die Möglichkeit hat, noch einmal den Ablauf als Ganzes zu bewerten. Sie besteht meist aus einer 1-Punktfrage, so dass jeder noch einen "Schlusspunkt" setzen kann. Inhaltlich bezieht sie sich entweder auf den atmosphärischen Ablauf ("Wie mir die Veranstaltung X gefallen hat") oder es wird festgestellt, wie zufrieden die Teilnehmer mit dem Ergebnis ihrer Arbeit sind. |
| Anwärmfrage | Sie hat den Sinn, die Gruppe am Beginn einer Veranstaltung oder eines Veranstaltungsteils aufnahmefähig und kooperationsbereit zu machen. Sie kann entweder aus einer körperlichen Aktivität, einer Vorstellungsrunde, einem Spiel oder dergleichen bestehen. Sie muss noch keine unmittelbare Beziehung zum Thema haben, sondern sie soll das emotionale Klima in der Gruppe fördern bzw. durch motorische Aktivitäten Müdigkeitsphasen überbrücken. |
| Bild (Gruppenbild) malen | Gruppenaktivität, in der eine Gruppe
gemeinsam auf einem Plakat ein Bild zu einem bestimmten Thema malt. (Das Thema kann auch
von der Gruppe selbst gewählt werden oder erst im Laufe des Malprozesses entstehen.) Es
kann die Regel vorgegeben werden, dass sich die Gruppenmitglieder nicht mit Worten
verständigen dürfen. Wird häufig benutzt um * den Gruppenzusammenhang zu stärken * emotionale Hintergründe eines Themas zu verdeutlichen. |
| Blitz | Ein z.B. auf eine Karte gemalter Blitz markiert eine Meinungsverschiedenheit oder stellt kontroverse Positionen zu einer bestimmten Frage dar. |
| Blitzlicht | In einem Blitzlicht dürfen die Teilnehmer reihum kurz ihre momentane Einschätzung zur Situation oder ihre Stimmungslage widergeben. Einzige Bedingung: neimand darf die Aussage kommentieren oder nachfragen. Es dient z.B. zum Anschluss einer Sitzung und gibt jedem Teilnehmer die Möglichkeit "noch etwas loszuwerden". |
| Brainstorming | Kreativitätsübung, bei der die Teilnehmer aufgefordert werden, alles laut zuzurufen, was ihnen zu einer bestimmen Fragestellung einfällt. Bei Anwendung im Rahmen der Moderations-Methode werden die Zurufe auf einer Pinwand mitgeschrieben. Es ist wichtig zu beachten, dass während des Brainstormings keine Bewertungen vorgenommen werden, z.B. gut/schlecht oder passend/unpassend. |
| Clustern (=klumpen) | Sortieren der Karten nach einer Kartenfrage. Die Karten werden dazu von den Moderatoren eingesammelt, nacheinander laut vorgelesen und mit der Gruppe gemeinsam zu "Clustern", d.h. nach zusammenhängenden Aussagekomplexen, sortiert. |
| Graffiti(tafel) | Im Raum werden zwei oder drei Tafeln mit Plakaten verteilt, auf denen als Überschrift Satzanfänge stehen, die zum Ergänzen reizen, z.B. "Am besten wäre es, wenn hier..." oder "Am meisten habe ich Angst davor, dass...". Die Übung eignet sich sowohl als Anwärmübung wie auch als Abschlussfrage. |
| Gruppenspiegel | Auf einem oder mehreren Plakaten werden so viele Zeilen gezogen wie Teilnehmer vorhanden sind. Die Spalten sind überschrieben mit "Name" und weiteren Informationswünschen für eine Vorstellungsrunde, z.B. "Ausbildungsberuf", "Wohnort", "Hobbys" und dergleichen. Beim Ankommen tragen sich die Teilnehmer in dieses Plakat ein und beantworten die in den Spalten stehenden Fragen. Zu Beginn der gemeinsamen Arbeit stellt sich jeder Teilnehmer an Hand seiner Aussagen auf dem Gruppenspiegel kurz vor. |
| Info-Markt | Veranstaltungsform für Gruppengrößen ab ca. 30 Teilnehmern, in denen in mehreren Gruppen (Info-Ständen) gleichzeitig gearbeitet wird. Ziel des Info-Marktes ist es, den Teilnehmern eine aktive Verarbeitung von und Auseinandersetzung mit den angebotenen Informationen in überschaubarer Gruppengröße zu ermöglichen. |
| Info-Stand | Teil eines Info-Markts, der einem bestimmten Teilthema des Info-Markts gewidmet ist. In dem Stand werden die Teilnehmer (10 - 20 Personen) mit den zu diesem Thema wichtigen Informationen vertraut gemacht, und sie haben Gelegenheit, durch die angebotenen Lernmethoden die Informationen zu verarbeiten, zu ergänzen und für ihre Zwecke nutzbar zu machen. Wenn der Info-Markt in einer einzigen Halle stattfindet, besteht der Info-Stand aus einer Reihe von Pinwänden, die für die Moderation gebraucht werden und gleichzeitig den Stand optisch von anderen Ständen abschirmen. Je nach Organisation des Info-Markts haben die Teilnehmer die Möglichkeit, nacheinander alle Stände zu besuchen oder einzelne Stände aus dem Gesamtangebot auszuwählen. Üblicherweise werden die Stände mit Großbuchstaben bezeichnet, um die Orientierung zu erleichtern. |
| Kartenabfrage | Auf einer von mindestens zwei Pinwänden, die mit Packpapier bespannt sind, steht deutlich und für alle lesbar eine Frage, z.B. "Worüber sollten wir hier sprechen?" Die Teilnehmer antworten, indem sie ihre Aussagen auf Moderationskarten (siehe Moderations-Material) schreiben, und zwar jede Aussage stichwortartig auf eine eigene Karte. Die Karten werden von den Moderatoren eingesammelt, nacheinander laut vorgelesen und mit der Gruppe gemeinsam zu "Clustern", d.h. nach zusammenhängenden Aussagekomplexen, sortiert. Die Begriffe, die die jeweiligen Aussagekomplexe charakterisieren, können anschließend auf einen Problemspeicher übertragen und mit Hilfe einer Punktfrage mit mehreren Punkten bewertet werden. |
| Kleingruppen | Aufgliedern eines Plenums in arbeitsfähige Teilgruppen. Eine Kleingruppe soll zwischen drei und fünf Personen stark sein. Bei Anwendung der Moderations-Methode stehen jeder Kleingruppe ein bis zwei Pinwände zur Verfügung, auf denen die Arbeitsergebnisse festgehalten werden. Üblicherweise bekommt die Kleingruppe ein Szenario, das ihr das Gespräch erleichtert. Die Ergebnisse werden anschließend im Plenum, möglichst von zwei Teilnehmern vorgetragen. |
| Kleingruppenbildung | Zur Zusammenstellung von Kleingruppen gibt es verschiedene Verfahren: 1. themenorientiert: bei unterschiedlichen Themen für Kleingruppen wählt jeder Teilnehmer, welches Thema er bearbeiten möchte. Bei mehr als fünf Interessenten an einem Thema werden mehrere Kleingruppen zum selben Thema gebildet. 1. nach dem Zufall: losen, abzählen, 3. nach Funktion: z.B. nach Aufgaben, Herkunftsbereich, hierarchischer Stellung oder vergleichbaren Kriterien. 4. nach Sympathie: z.B. durch Augenkontakt, Bekanntheitsgrad untereinander, gänzlich freigestellte Gruppenbildung oder anderen emotional wirkenden Kriterien. |
| Klumpen | siehe clustern |
| Kuller | Runde Scheibe aus dickerem Papier in den Farben weiß, gelb, hellgrün und orange. Große Kuller (20 cm) werden zum Hervorheben von Aussagen bei einer Visualisierung benutzt. Kleine Kuller (10 cm) werden darüber hinaus bei der themenorientierten Zuwahl zu Kleingruppen verwendet. |
| Kurz-Moderation | Moderation von maximal einem halben Tag Dauer |
| Moderation | Art und Weise der Diskussion in Gruppen, bei der es darum geht, alle Teilnehmer möglichst aktiv und zielorientiert zu beteiligen. Spezielle Methode dafür siehe Moderations-Methode. |
| Moderationsablauf | "Drehbuch" einer Moderation, das von den Moderatoren vorab erstellt wird. Es enthält die einzelnen Moderationsschritte, den Zeitbedarf für jeden Schritt und die angewendete Moderationstechnik. |
| Moderations-Material | Spezielles Material, dass für die Anwendung der Moderations-Methode gebraucht wird. Eine Zusammenstellung nach Art und Menge s.o. Vor allem bei Kurz-Moderationen kann hier aber auch improvisiert werden, solange das Ziel (lesbare Visualisierung für alle und Beteiligungsmöglichkeit aller) erreicht wird. |
| Moderations-Methode | System von Techniken und Einzelmethoden zur Durchführung von Moderationen und Info-Märkten. Wichtigste Elemente sind: Visualisierung, Gruppenfragetechnik, Wechsel von Plenum und Kleingruppe |
| Moderationstafel | siehe Pinwand |
| Moderator | Diskussionshelfer, der eine Gruppenarbeit mit Hilfe der Moderations-Methode durchführt. Seine Aufgabe besteht darin, der Gruppe durch ein geeignetes Methodenangebot zu einem Ergebnis zu verhelfen. Er steuert deshalb den Prozess nur methodisch, lässt aber der Gruppe inhaltlich freie Entscheidung. Eine Moderation wird möglichst von zwei gleichberechtigten Moderatoren (Co-Moderator) durchgeführt, von denen der eine inhaltlich Experte sein kann aber nicht sein muss. |
| Namensschild | Namenskennzeichnung der Teilnehmer. Der Name soll so groß geschrieben sein, dass er aus 5 m Entfernung noch gelesen werden kann. Dazu eignet sich ein 3 cm breiter Tesakreppstreifen, auf den der Name mit Filzstift (z.B. Edding 1) geschrieben wird. Das Namensschild kann mit zusätzlichen Symbolen versehen sein, durch die z.B. die Gruppenzugehörigkeit gekennzeichnet wird. |
| Paarinterview | Übung zum gegenseitigen Kennenlernen oder zum Klären von emotional besetzten Problemen. Dazu finden sich zwei Partner zusammen, die sich gegenseitig über vorher festgelegte Fragen(komplexe) interviewen. Die Fragen können entweder von den Moderatoren vorgegeben sein oder von der Gesamtgruppe vorher erarbeitet werden. Anschließend stellen sich die Partner im Plenum entweder gegenseitig oder jeder sich selbst mit den im Paarinterview erarbeiteten Antworten vor. |
| Pinwand | Spezialstelltafel für die Moderations-Methode. Sie besteht aus beschichtetem Hartschaum mit Leichtmetallrahmen (Größe ca. 150 x 125 cm). Sie eignet sich zum Anheften von Plakaten und Moderationskarten. Bei einer Moderation sind immer alle Tafeln mit Packpapier behängt, um auch spontan auf die Tafeln schreiben und Moderationskarten festkleben zu können. Die Pinwand ist freistehend und kann von beiden Seiten benutzt werden. Sie eignet sich auch als Raumteiler, um Kleingruppen oder Info-Stände voneinander optisch abzuschirmen. |
| Plakat | Packpapier von der Größe 150 x 125 cm für die Visualisierung von Informationen, die in einer Gruppe vorgestellt werden sollen, oder für Plenum und Kleingruppen, um Diskusionsbeiträge und Arbeitsergebnisse festzuhalten. Eignet sich auch für alle Arten von Spielen und Basteleien. Das Plakat ist im wahrsten Sinne Grundlage aller Moderation Anfang. |
| Plenum | Die Gesamtheit der Teilnehmer einer Moderation oder eines Info-Marktes. |
| Problemspeicher | Eine Liste in Form eines Plakats, auf der Probleme, Themen, Wünsche usw. gesammelt werden. Meistens geht eine Kartenfrage voraus, deren Cluster als Themen in den Problemspeicher aufgenommen werden. Der Problemspeicher enthält eine Spalte für Themen, eine für die Bewertung (siehe Punktfrage) und eine für die Rangreihe, die sich aus der Bewertung ergibt. |
| Punktfrage | Eine Methode, bei der eine Frage von jedem Teilnehmer mit Hilfe eines oder mehrerer Selbstklebepunkte auf einem Plakat beantwortet werden kann. 1. Ein-Punkt-Abfrage: Fragen, die mit einem Punkt auf einer Skala oder in einem Koordinatenfeld beantwortet werden. 2. Mehr-Punkt-Abfrage: Fragen, die mit mehreren Punkten beantwortet werden: Sie dienen dazu, eine Auswahl unter mehreren Alternativen herbeizuführen. In der Regel bekommt jeder Teilnehmer eine Anzahl von Selbstklebepunkten, die etwa der Hälfte der auszuwählenden Alternativen entspricht. Der Teilnehmer kann die Punkte auf die Alternativen verteilen, er kann aber auch mehrere Punkte für eine Alternative vergeben ("häufeln"). |
| Szenario | Vorgabe von Fragestellungen für die Arbeit in Kleingruppen. |
| schriftlich diskutieren | Diskussionsteilnehmer schreiben ihre Diskussionsbeiträge stichwortartig auf Karten, die an eine Pinwand gehängt und ggf. sortiert (siehe Klumpen) werden. Wird besonders bei der Diskussion von Kleingruppenergebnissen verwendet. |
| Simultanprotokoll | Ein Protokoll, das aus abfotografierten Plakaten besteht, die für eine oder in einer Moderation entstanden sind. Dabei werden die (wichtigsten) Fotos auf 18 x 24 cm vergrößert, fotokopiert und an alle Teilnehmer verteilt. |
| Steckbrief | Methode zum Anwärmen und Kennenlernen: Jeder Teilnehmer schreibt auf ein Plakat Informationen über sich selbst, mit denen er sich im Plenum vorstellt. Die Fragen sind auf einem Leitplakat vorgegeben. Bei den Fragen soll darauf geachtet werden, dass sie sowohl sachliche als auch persönliche Informationen erlauben. |
| Mitvisualisieren | Mitschreiben/zeichnen von Aussagen auf einem Plakat |
| Vorstellungsrunde | Wenn eine Gruppe neu zusammenkommt, sollte ihr immer Gelegenheit gegeben werden, sich gegenseitig vorzustellen. Um die Langeweile der üblichen Vorstellungen ("Ich heiße ... und komme aus ...") zu entgehen, empfiehlt es sich, unterschiedliche Methoden des Kennenlernens anzuwenden. (Vergl. Gruppenspiegel, Paarinterview, Steckbrief) |